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Ministerin Trautner setzt auf Inklusion und Familienpolitik | BR24

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Die Augsburgerin Carolina Trautner ist Bayerns neue Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales. Im Gespräch mit Josef Böck erklärt die ehemalige Staatssekretärin welche Akzente sie in Zukunft setzen möchte.

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Ministerin Trautner setzt auf Inklusion und Familienpolitik

Seit Anfang Februar ist Carolina Trautner Bayerns Ministerin für Familie, Arbeit und Soziales. Welche Schwerpunkte sie setzen will und wie sie von ihrem neuen Amt erfuhr, hat die gebürtige Augsburgerin im BR-Studio Schwaben erzählt.

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Frau Trautner, wie erfährt man, dass man Ministerin wird? Ruft der Ministerpräsident selbst an?

"Wir waren auf unserer Klausurtagung in Kloster Seeon und Markus Söder hat mich nach dem Abendessen zu sich gerufen, mir seine Entscheidung mitgeteilt und mich gefragt, ob ich mir das zutrauen würde. Und selbstverständlich habe ich dann "Ja" gesagt und mich über diese Entscheidung gefreut. Das ist ein großer Vertrauensbeweis und ein wunderschönes Ministerium, in dem ich sehr gut angekommen bin."

Für was sind Sie alles zuständig?

"Wir sind ja das Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales, das heißt der ganze Familienbereich, die Kinderbetreuung, die ganzen Leistungen für Familien liegen bei uns. Dann natürlich alles im sozialen Bereich. Die Sozialhilfe ist bei uns verankert. Wir haben auch das Ehrenamt bei uns im Haus und sind verantwortlich für die Vertriebenen. Wir sind verantwortlich für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Also durchaus ein riesiges Spektrum."

In welchem Bereich möchten Sie Akzente setzen?

"Ich werde natürlich die Familienpolitik fortsetzen. Da ist mir die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Herzensanliegen. Als frühere Staatssekretärin habe ich den Ausschuss "Bayern barrierefrei" federführend betreut. Da sitzen alle zwölf Ministerien mit am Tisch. Diesen Ausschuss möchte ich höher ansetzen und das Thema "Bayern barrierefrei" weiter im Fokus haben, mit dem Ziel, ein inklusives Bayern wirklich Schritt für Schritt voranzutreiben.

Zum Thema Armut habe ich mir sehr viele soziale Projekte angeschaut. Ich bin auf ganz tolle Initiativen gestoßen. Ich möchte in Bayern in jedem Regierungsbezirk einen Sozialtag installieren, an dem wir auch das ehrenamtliche Engagement nochmal wertschätzen und diese Projekte auch miteinander vernetzen und verknüpfen."

Beim Thema Altersarmut will die Bundesregierung die Rentenlücke für Geringverdiener schließen. Wie sehen Sie das aus ihrer Perspektive?

"Natürlich ist die Rente ein ganz, ganz großes Thema und um Altersarmut vorzubeugen, muss man natürlich möglichst eine geschlossene Erwerbsbiografie haben. Deswegen passen auch die Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Vereinbarkeit von Pflege und Beruf dort mit rein. Bei den Geringverdienern müssen wir immer schauen, dass es im Alter möglich ist, von einer Rente zu leben und wenn das nicht der Fall ist, dass wir dort pass- und zielgenau unterstützen. Es ist ja auch unser Anliegen, die Mütterrente nochmal zu vervollständigen, damit hier auch denjenigen Gerechtigkeit widerfährt, die die Erziehung unserer Kinder übernommen haben."