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Mindestens 90 Tage Bewegung für Milchkühe | BR24

© pa/dpa/Helmut Meyer zur Capellen

Kombinationshaltung soll Kühen mehr Bewegungsfreiheit bieten

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Mindestens 90 Tage Bewegung für Milchkühe

Noch ist rund ein Viertel der Milchkühe in Bayern ganzjährig im Stall angebunden. Bis 2030 soll das der Vergangenheit angehören. Ein Schritt dazu heißt "Kombinationshaltung". Der Kompromiss soll für mehr Tierwohl sorgen und Familienbetrieben helfen.

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Bayerische Milchbauern und Molkereien haben einen kleinen Schritt zu mehr Tierwohl unternommen. Weil nach einer aktuellen Schätzung des bayerischen Landwirtschaftsministeriums rund ein Viertel der Milchkühe in Bayern ganzjährig im Stall angebunden sind, wollen die Verbände den Höfen den Umstieg zu mehr Bewegungsfreiheit erleichtern.

Dazu haben Land- und Milchwirtschaft jetzt beim Thema "Kombinationshaltung" einen Kompromiss gefunden: Dieser sieht vor, dass Milchkühe in der Kombinationshaltung "an mindestens 120 Tagen im Jahr die Möglichkeit zur freien Bewegung haben – entweder auf der Weide, im Laufhof oder einer Laufbucht", heißt es in einer Mitteilung des bayerischen Landwirtschaftsministeriums. In Höfen, die den "Stallkomfort für die Tiere" schon erhöht hätten, "können auch 90 Tage Bewegung ausreichen".

Ministerin Kaniber begrüßt Kompromiss

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) begrüßte bei einem Treffen mit Vertretern der bayerischen Land- und Milchwirtschaft den gefundenen Kompromiss: "Die gemeinsame Festlegung darauf, was die Kombinationshaltung konkret bedeutet, ermöglicht auch Betrieben, die keinen aufwändigen Neubau für einen Laufstall stemmen können, eine Zukunftsperspektive."

Damit werde auch ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der bäuerlichen Familienbetriebe geleistet. Der Freistaat werde auch künftig den Umstieg in die Laufstall- und die Kombinationshaltung mit Förderprogrammen und durch intensive Beratung begleiten.

Molkereien wollen Ausstieg aus Anbindehaltung bis 2030

Die süddeutschen Molkereiverbände hatten Ende 2018 erklärt, einen Ausstieg aus der ganzjährigen Anbindehaltung bis 2030 hin zu einer Laufstall- bzw. Kombinationshaltung anzustreben. Der Bayerische Bauernverband kritisierte diese Fristsetzung und warnte vor einem Strukturbruch, weil noch rund 40 Prozent der bayerischen Milchviehhalter ihre Kühe in ganzjähriger Anbindung halten würden - vor allem kleinere und mittlere Familienbetriebe.

Video: Laufställe statt Anbindehaltung: Was sind die Folgen für Milchbauern?

© BR

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