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Miesbach: Scharfe Kritik an Zustand des Obdachlosenheims | BR24

© BR/ Dagmar Bohrer-Glas

In den Obachlosenunterkünften wohnen die sozial Schwächsten der Gesellschaft. Zuständig für deren Unterhalt sind die Kommunen. In Miesbach gibt es gerade eine Diskussion um den Zustand des Hauses.

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Miesbach: Scharfe Kritik an Zustand des Obdachlosenheims

Die Wände feucht, die Möbel schimmlig - eine Bewohnerin klagt über die Zustände in der Obdachlosenunterkunft in Miesbach. Die SPD hat das Thema jetzt öffentlich gemacht und fordert von der Stadt schnelles Handeln. Darauf hoffen auch die Bewohner.

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In Obdachlosenunterkünften wohnen die Schwächsten der Gesellschaft. Für den Unterhalt der Heime sind die Gemeinden zuständig. Immer wieder kommt es zu Berichten über desolate Zustände in diesen Unterkünften - jetzt auch in Miesbach.

"Ich will hier raus"

Bewohnerin Ramona Bauer will schnellstmöglich eine neue Bleibe finden. Sie berichtet von extremer Feuchtigkeit in dem Haus aus dem Jahr 1950 und Schimmel: "Die Möbel sind auch schon befallen von Schimmel - also wenn ich hier ausziehe, kann ich komplett eine neue Einrichtung einkaufen, weil ich alles wegschmeißen kann, weil alles verschimmelt ist."

Keine Küche, wenig Bäder

Unsere Reporterin darf das Haus selbst nicht betreten. Die Bewohner berichten aber von nur einem Bad pro Etage - angeblich befindet es sich nicht im besten Zustand. Eine Gemeinschaftsküche gibt es nach ihren Worten nicht. Einige Bewohner würden sich Kochplatten teilen, erzählen sie. Ein Waschmaschinenanschluss existiert offenbar nur in einem Raum.

SPD fordert seit Jahren Sanierung

Nach eigenen Angaben moniert die SPD seit Jahren den Zustand des Obdachlosenheimes. Nun hat sie das Thema mit einer Anfrage im Stadtrat öffentlich gemacht. "Die Stadt hat weitgehend weggeschaut. So würde ich es formulieren", kritisiert Paul Fertl, SPD-Stadtrat. Jetzt sei die Situation so schlecht geworden, dass man an die Öffentlichkeit gehen müsse. Die Bevölkerung solle wissen, wie marode das Haus ist. "Es geht so nicht weiter", fordert Fertl.

Bürgermeister überrascht von heftiger Kritik

Die Stadt Miesbach hat in dem Haus mit 24 Wohneinheiten immer wieder Sanierungen vorgenommen. Zwei Zimmer sind trotzdem unbewohnbar. Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU), seit Mai im Amt, kennt das Obdachlosenheim als Dauerthema im Stadtrat. Vom jüngsten Vorstoß der SPD zeigt er sich dennoch überrascht.

"Ich verspreche menschenwürdige Zustände"

Natürlich seien bei einem über 40 Jahre alten Gebäude immer wieder Sanierungsarbeiten erforderlich, sagt Braunmiller. Darüber mache sich die Stadt seit Jahren Gedanken. Jetzt überlege man sich ein Gesamtkonzept. "Ich verspreche Ihnen natürlich menschenwürdige Zustände", so der Bürgermeister.

Komplettsanierung oder Neubau?

Im Raum stehen eine Kernsanierung oder ein Neubau an anderer Stelle. Den Anspruch einer Mietwohnung müsse ein Obdachlosenheim nicht erfüllen, so der Bürgermeister. Die Verweildauer sollte idealerweise so kurz wie möglich sein.

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