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Millionenpoker um Bauplatz für Würzburger Uni-Klinik | BR24

© picture-alliance/dpa

Neuer Bereich der Würzburger Uni-Klinik

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Millionenpoker um Bauplatz für Würzburger Uni-Klinik

Im Wissenschaftsausschuss des Landtags geht es heute um die stockenden Kaufverhandlungen über ein besonderes Grundstück in Würzburg. Der SPD-Abgeordnete Volkmar Halbleib sieht die Erweiterung der Uni-Klinik gefährdet und drängt auf eine Lösung.

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Im Zentrum der Auseinandersetzungen steht eine Fläche von 20 Hektar im Würzburger Stadtteil Grombühl, die zur Erweiterung der Uni-Klinik angekauft werden soll. Das Grundstück gehört der traditionsreichen Juliusspital-Stiftung. Der Freistaat will dafür nur einen Preis wie für Ackerland bezahlen. Die Stiftung dagegen fordert das Zehnfache, weil das Grundstück bebaut werden kann. Können sich die Parteien weiter nicht einigen, koste "das den Steuerzahler bares Geld", warnt Volkmar Halbleib.

SPD-Finanzexperte Volkmar Halbleib fordert eine schnelle Einigung

Halbleib fordert nun eine politische Lösung.

"Jede weitere Verzögerung kostet den Steuerzahler unnötig Geld, denn schon bei 500 Euro Millionen Baukosten würde bereits ein Jahr Verzögerung eine Kostensteigerung von 20 Millionen Euro bedeuten". MdL Volkmar Halbleib (SPD)

Um einen Betrag dieser Größenordnung geht es aber offenbar in den Verhandlungen mit der Juliusspital-Stiftung in Würzburg. Sollte es mit dem Freistaat zu keiner Einigung kommen, laufe alles auf eine juristische Auseinandersetzung hinaus, so Walter Herberth, Chef der Stiftung, denn der Freistaat hat für die Fläche ein Ankaufsrecht. Ein Gericht müsste erst einmal den Quadratmeterpreis ermitteln. "Ich würde lieber heute als morgen verkaufen" äußert sich Herberth.

Zähe Verhandlungen um ein begehrtes Areal

Im vergangenen Jahr blieben die Verhandlungen ergebnislos. Und auch der letzte Vorstoß am 17. Januar führte zu keiner Einigung. Mit dabei waren auf Betreiben der ehemaligen Landtagspräsidentin Barbara Stamm sowohl Wissenschaftsminister Bernd Sibler als auch Bauminister Hans Reichart. Volkmar Halbleib sieht die Gefahr, dass sich die Verhandlungen so lange hinziehen, bis Baukostensteigerungen und Planungsmehrkosten die Kosten für das Grundstück übersteigen.

Juliusspital: Grundstückskosten im Verhältnis zu Baukosten gering

Für den Neubau einer Kopfklinik und eines "Mutter-Kind-Zentrums" als Ersatz für die bisherige Frauenklinik sind inzwischen mehr als eine Milliarde Euro veranschlagt. Im Vergleich dazu wären die geforderten Grundstückskosten vergleichsweise gering, meint Herberth. Die Juliusspital-Stiftung betreibt in Würzburg ein Krankenhaus, ein Alten- und Pflegeheim und setzt dabei unter anderem auch auf Einnahmen aus Weinbau, Forst- und Landwirtschaft. Für die Universitätserweiterung würden zehn Prozent der Flächen eines Bauernhofs am nördlichen Stadtrand von Würzburg wegfallen.

Das Juliusspital seinerseits plant, mit den Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf zwei Neubauten zu finanzieren: am Juliusspital einen Neubau für betreutes Wohnen, sowie ein Ärztezentrum zur medizinischen Versorgung im Stadtteil Hubland.