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Millionen-Diebstahl aus Schließfach in Münchner Commerzbank | BR24

© pa/dpa/Ulrich Baumgarten

Symbolbild: Blick in einen Münchner Tresorraum mit Bankschließfächern.

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    Millionen-Diebstahl aus Schließfach in Münchner Commerzbank

    Die Münchner Polizei hat es gerade mit einem millionenschweren Diebstahl zu tun: Haufenweise Geld soll aus einem Schließfach der Commerzbank am Promenadeplatz verschwunden sein. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Verdächtige.

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    Einem Bericht der Münchner Tageszeitung tz zufolge soll eine Bande 4,62 Millionen Euro aus dem Schließfach einer russischen Kundin der Commerzbank entwendet haben. Die Staatsanwaltschaft gab zur Identität der Verdächtigen bisher keine Auskunft.

    Commerzbank bestätigt Vorfall

    Eine Sprecherin der Commerzbank, aus deren Filiale am noblen Münchner Promenadeplatz das Geld gestohlen worden war, bestätigte den Vorfall. Konkrete Zahlen nannte sie aber nicht. Die Kunden könnten mit PIN und Karte frei über ihr Schließfach verfügen. Deshalb sei es ungewiss, wieviel Bargeld sich in dem Fach der Frau befand. Die Tat sei möglicherweise ein gezielter Angriff gegen die Kundin gewesen, sagte die Sprecherin. Nach dpa-Informationen blieben andere Schließfächer unberührt. Der tz zufolge ist das Geld zwischen Dezember 2017 und März 2018 gestohlen worden.

    36 Millionen in großen Scheinen in sieben Schließfächern

    Ein erster Verdacht hatte sich offenbar zunächst gegen eine 57-jährige Bankkauffrau gerichtet. Sie hatte im November 2016 das Schließfach der Russin geöffnet, schreibt die tz, und könnte Informationen an die Täter weitergegeben haben, mutmaßten Ermittler.

    Doch auch andere Mitarbeiter waren offenbar mit dem Vorgang befasst. 36 Millionen Euro ließ die reiche Russin angeblich in sieben Schließfächern der Commerzbank am Promenadeplatz einlagern - in 200- und 500-Euro-Noten. Weil aber höchstens fünf Millionen Euro pro Geldtransporter geliefert werden dürfen, wurde das Geld auf sieben gepanzerte Fahrzeuge verteilt, so die tz. Dies wiederum dürfte die Aufmerksamkeit weiterer Mitarbeiter in der Filiale, aber möglicherweise auch außerhalb des Hauses erregt haben.

    Verdacht gegen Bankmitarbeiterin nicht mehr so dringend

    Wie die tz am Samstag berichtete, wurde die verdächtige Mitarbeiterin nun aus der Untersuchungshaft in der JVA Stadelheim entlassen, in der sie seit 25. Juni 2018 gesessen habe. Auch ihr Sohn komme überraschend aus der Untersuchungshaft frei. Offenbar erscheine der Tatverdacht "nicht mehr so dringend zu sein wie zunächst angenommen".

    Fest steht laut tz: Eine Überwachungskamera hatte im Dezember 2017 sowie am 2. Februar und am 1. März 2018 jeweils aufgezeichnet, wie jeweils Kriminelle versucht hätten, die Schließfächer der Russin zu öffnen. Am Ende fehlten dann vom eingelagerten Vermögen der Kundin 4,62 Millionen Euro.

    Wer haftet für den Schaden?

    Wer für den Schaden haftet, darüber gibt es bislang keine Angaben. Für die Schäden aus Einbrüchen in Bankschließfächer müssen die Banken nicht zwangsläufig aufkommen; denn das Kleingedruckte zählt. Kunden müssen den Schließfachinhalt separat versichern. Der tz zufolge hatte die Commerzbank aber eine Versicherung des eingelagerten Bargelds abgelehnt, obwohl die Kundin dies gewünscht hatte.

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    Regionalnachrichten aus Oberbayern

    Von
    • Gerhard Brack
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