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Die Passagierzahlen gehen zurück, doch die Maschinen stehen nicht am Boden. So landet in Nürnberg alle zwei Tage ein Passagier-Flugzeug randvoll gepackt mit Schutzmasken oder Antigentests, um die Region im Kampf gegen die Pandemie zu unterstützen.

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Millionen von Covid-Antigentests landen in Nürnberg

Die Passagierzahlen gehen zurück, doch die Maschinen stehen nicht am Boden. So landet in Nürnberg alle zwei Tage ein Passagier-Flugzeug randvoll gepackt mit Schutzmasken oder Antigentests, um die Region im Kampf gegen die Pandemie zu unterstützen.

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Von
  • Frank Strerath

Nachdem die Passagierzahlen am Nürnberger Flughafen stark gesunken sind, versuchen die Franken dies mit mehr Frachtflügen aufzufangen. Davon profitiert auch eine Erlanger Firma. Für die Importeure landet alle zwei Tage ein Flugzeug mit Corona-Selbsttests aus China in Nürnberg.

Landebahn frei für eine Boeing 787

Die sogenannte Dreamliner kommt aus Peking, mit Zwischenstopp in Mailand. An Bord der Maschine gut eine Million Corona-Selbstests für Apotheken und Firmen in der Region, aber auch für Schulen und Behörden in ganz Deutschland. Auftraggeber ist die neugegründete King Line GmbH aus Erlangen. 50 solcher Flieger hat sie schon aus China kommen lassen nach Frankfurt Hahn oder Leipzig, die nächsten Wochen landet alle zwei Tage eine solche Maschine in Nürnberg.

Erst Open-Beatz-Festival, jetzt Schnelltests

"Wir haben angefangen mit OP-Masken, dann FFP2-Masken. Mittlerweile liefern wir millionenfach Antigentests aus China", erklärt Geschäftsführer Lion Heuschkel. Dabei sind die Erlanger erst seit Oktober im Geschäft. Eigentlich sind sie Konzertveranstalter, bekannt unter anderem für das Open-Beatz-Festival bei Herzogenaurach. Doch als das Konzertgeschäft coronabedingt nicht mehr stattfand, haben sie umgestellt.

Logistik und internationaler Transport gehört auch bei Konzerten mit dazu, etwa beim Aufbau der Bühnen oder der LED-Wände, "doch der Import etwa von Antigen-Tests ist schon noch einmal eine andere Welt", erklärt Heuschkel. Die Franken haben es trotzdem gewagt, gehören nun zu den größeren Importeuren von Materialien, die in der Pandemiezeit dringend benötigt werden. Umschlagplätze sind die Airports Frankfurt Hahn, Leipzig und immer häufiger auch Nürnberg. "Für uns ist das hier eine Drehscheibe für die Region und ganz Deutschland," so der ehemalige Konzertveranstalter. Pro Flugzeug sind das gut zehn LKW-Ladungen mit Ware.

Passagierflugzeuge werden zu Frachtern

Der Nürnberger Flughafen ist auf Personenflüge spezialisiert, vor allem in die begehrten Urlaubsregionen in Spanien, Griechenland und der Türkei. Die finden kaum noch statt. "Die Situation am Flughafen ist extrem angespannt, weil wir normalerweise mit den Passagieren unser Geld verdienen. Die Abfertigung, der Einzelhandel, die Parkplätze, all das wird ja nicht genutzt," bedauert Michael Hupe, der Geschäftsführer des Nürnberg Airports. Und ist froh, dies ein wenig mit Fracht ausgleichen zu können. Nürnberg ist zwar kein typischer Frachtflughafen, baut diese Sparte nun aber aus. Immer häufiger kommen sogenannte "Prachter" zum Einsatz, Passagierflugzeuge, die umfunktioniert werden zu Frachtfliegern.

Pakete und Kisten auf den Sitzen

Da gibt es welche, bei denen die Sitzreihen ausgebaut werden, um mehr Fracht in die Maschine zu bekommen. Oder wie beim Dreamliner in Nürnberg, bei dem die Fracht auf den Sitzen mit Gurten und Netzen fest verzurrt werden. Fast 30 Tonnen mit gut einer Million Schnelltests kommen mit solch einem Transportflug in Nürnberg an. Ein Drittel davon verteilt im Kabinenbereich. Für die Verteilung und Sicherung der Fracht gibt es klare Vorschriften der Flugzeughersteller.

Mehr Fracht, weniger Passagiere

Das Frachtgeschäft in der Luft ist coronabedingt auch gehörig durcheinander gekommen. Viele Speditionen buchen in normalen Zeiten freien Stauraum in Passagierflugzeugen, vor allem bei Linienflügen. Doch die fallen so gut wie weg. Die herkömmlichen Frachtflugzeuge sind ausgebucht. Und so müssen die Airlines neue Wege gehen und funktionieren die Passagierflugzeuge um.

Unsichere Zukunft – Hoffen auf Konzerte

Diese neue Sparte nutzt auch die Erlanger Transportfirma. Damit konnten sie die Beschäftigten vor der Kurzarbeit oder der Kündigung retten. Doch wie lange dieses Geschäftsfeld geht, das kann keiner voraussagen. Doch dann, so hofft Lion Heuschkel, können sie wieder das tun, was sie ursprünglich mal machen wollten : Konzerte für viele begeisterte Besucher veranstalten.

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