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Millionen-Steuerhinterziehung: Rotlicht-Boss massiv belastet | BR24

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Über fünf Millionen Euro Steuern soll ein Nürnberger Bordellbesitzer dem Fiskus vorenthalten haben. Dem 67-Jährige wird vorgeworfen über Jahre zu wenig oder keine Steuern gezahlt haben.

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Millionen-Steuerhinterziehung: Rotlicht-Boss massiv belastet

Im Prozess gegen einen Nürnberger Bordellbetreiber hat eine Mitangeklagte den 67-Jährigen massiv belastet. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Rotlicht Boss vor, Steuern in Höhe von 5,3 Millionen Euro hinterzogen zu haben.

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Kurz nachdem er aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal gebracht wird, dürfte Peter F. klar sein, dass heute kein guter Tag für ihn ist. "Ledig" antwortet er wie aus der Pistole geschossen, als ihn die Vorsitzende Richterin am Landgericht Nürnberg-Fürth nach seinem Familienstand fragt. Nach kurzem Zögern korrigiert er sich: "Verlobt." Das kann noch entscheidend werden im Prozess, denn Verlobte und Ehepartner von Angeklagten können die Aussage vor Gericht verweigern.

Angestellte packt aus: Umsätze nach unten korrigiert

Nachdem die Anklage verlesen worden ist, packt eine mitangeklagte Angestellte des Bordellbetreibers aus und bringt diesen richtig in die Bredouille. Sie sei für die Buchführung zuständig gewesen, berichtet die Ex-Freundin des 67-Jährigen. Die Umsätze der verschiedenen Bordelle an der Nürnberger Frauentormauer habe der Chef stets nach unten korrigieren lassen - mal um 20 oder 30 Prozent oder noch mehr. Erst diese „frisierten“ Umsätze seien dann dem Finanzamt gemeldet worden. Der Rotlicht-Boss selbst will sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.

Einschlägig vorbestraft

Steuerfahnder und Polizisten hatten im Mai vergangenen Jahres eine Großrazzia im Nürnberger Rotlichtviertel durchgeführt und den Bordellbetreiber verhaftet, seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Nach BR-Informationen ist er bereits mehrfach vorbestraft, auch wegen Steuerhinterziehung. Das Urteil soll am 21. September verkündet werden.

© BR/Jonas Miller

Razzia an der Nürnberger Frauentormauer im Mai 2019

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