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Luftfilter

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    Millionen für Luftfilter, aber Lehrerverband ist unzufrieden

    Der Bund stellt den Ländern und Kommunen 200 Millionen Euro für mobile Luftfilter zur Verfügung. Der Deutsche Lehrerverband begrüßt die Entscheidung, hält sie aber für "sehr spät" und unzureichend.

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    • BR24 Redaktion

    Laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) soll der Präsenzunterricht im zweiten Halbjahr "so sicher wie möglich" abgehalten werden können. Nun stellt der Bund Ländern und Kommunen 200 Millionen Euro zur Verfügung, "um mobile Lüftungsgeräte in Schulen einzubauen", wie Altmaier sagte.

    Luftfilter: Altmaier will schnelle und unbürokratische Umsetzung

    In den nächsten zwei Wochen sollen entsprechende Verwaltungsvereinbarungen abgeschlossen werden, so Altmaier weiter. Wichtig sei, dass das Programm unbürokratisch und schnell umgesetzt werde. Der Minister verwies auf die Notwendigkeit einer Prüfung der Schulräume: "Uns ist wichtig, dass vor Ort sehr genau untersucht wird, welche Räume dafür geeignet sind." Außerdem müsse geprüft werden, welche Geräte für die jeweiligen Räume in Betracht kommen.

    Die neuen Fördermittel des Bundes, bei denen es sich um eine Ergänzung des bestehenden Förderprogramms für stationäre Luftfilter handelt, sollen mit Ländermitteln kombiniert werden können. Damit bestehe auch die Chance, das Schulträger in den Städten und Gemeinden "ohne größeren eigenen Beitrag solche Anlagen installieren können", sagte Altmaier.

    Welche Schulen sind antragsberechtigt?

    Antragsberechtigt sind laut Bundeswirtschaftsministerium Schulen, in denen Kinder unter zwölf Jahren betreut werden, weil ihnen "in absehbarer Zeit kein Impfangebot gemacht werden kann". Das Förderangebot gelte auch für Schulen, die zugleich von älteren Schülern besucht werden.

    Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) betonte, dass Luftfilter alleine nicht ausreichend seien. "Es braucht einen Mix aus verschiedenen Vorkehrungen und Vorsichtsmaßnahmen im Schul- und Kitaalltag", erklärte sie. "Das manuelle Durchlüften von Kitas oder Klassenzimmern bleibt dort, wo es möglich ist, eine sehr effektive Hygienemaßnahme". Auch das Impfen und Testen spiele eine entscheidende Rolle, so Lambrecht.

    Lehrerverband: Fördergelder für Luftfilter nicht ausreichend

    Kritik kommt auch vom Deutschen Lehrerverband. Der Vorsitzende, Heinz-Peter Meidinger, begrüßt die beschlossene Förderung, hält sie aber für unzureichend. "Das ist natürlich erst einmal ein Fortschritt und alles, was dem Gesundheitsschutz in den Schulen nutzt, ist zu begrüßen", sagte Meidinger dem "Handelsblatt". Es blieben aber "gewichtige Kritikpunkte und Einwände".

    "Angesichts eines erforderlichen Gesamtinvestitionsvolumens von circa 1,5 Milliarden Euro für die Ausstattung von über 650.000 Unterrichtsräumen mit mobilen Raumluftfilteranlagen ist das Gesamtvolumen wohl nicht ausreichend", sagte er. Außerdem komme das Programm "sehr spät".

    Meidinger: Wenig Zeit für Umsetzung

    "Ob es zu Schuljahresbeginn, und der ist in einigen Ländern bereits in drei Wochen, dann schon vor Ort angekommen ist, bezweifeln wir", sagte Meidinger weiter. Er verwies darauf, "dass in vielen Kommunen und auch in den Ministerien derzeit auch Ferien- und Urlaubszeit angesagt ist und diese nur eingeschränkt handlungs- und aktionsfähig sind", so Meidinger. Grundsätzlich sei der Beschluss aber zu begrüßen.

    Die Bundesregierung weiß nach eigenen Angaben nicht, wie viele Lüftungsanlagen für die nun zur Verfügung gestellte Summe angeschafft werden können. "Es wird von der Marktlage abhängen, zu welchem Preis die Produkte erworben werden können", sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. Deswegen könne er "keine Prognose zu der genauen Zahl" abgeben.

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