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Milchhäusl wird mit Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet | BR24

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Ist eines von drei Gebäuden, das mit der bayerischen Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet wurde: das Forsthaus in Hohenberg.

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Milchhäusl wird mit Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet

Eine Zeremonie im Münchner Festsaal des Landesamts wird es in diesem Jahr nicht geben, wenn die bayerischen Denkmalschutzmedaille überreicht wird. Bekanntgegeben wurden die Preisträger trotzdem schon. Darunter ist auch das Forsthaus aus Hohenberg.

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"Die Denkmalschutzmedaille wird an Persönlichkeiten und Institutionen in Bayern verliehen, die sich in herausragender Weise für die Denkmalpflege engagiert haben": So definiert die Bayerische Staatsregierung die Auszeichnung, die insgesamt 26 Mal vergeben wird. Drei Medaillen gingen auch nach Oberfranken.

Denkmalschutzmedaille: Forsthaus in Hohenberg ausgezeichnet

Neben den Verantwortlichen der Schlösser in Emtmannsberg (Lkr. Bayreuth) und Ahorn (Lkr. Coburg) wurde auch Karl Lippert geehrt. Er ist einer der Vorstände des Vereins zum Erhalt historischer Baudenkmäler in Hohenberg und setzt sich für die Instandsetzung eines ehemaligen Forsthauses in Hohenberg an der Eger (Lkr. Wunsiedel) ein.

Fachwerkhaus wurde aufwendig saniert

Der Förderverein hat in die Details des Fachwerkhauses aus dem 17. Jahrhundert viel Liebe gesteckt: Ein Hobby-Kunstschmied aus der Nachbarschaft hat Türbeschläge nachgeschmiedet, auch das alte Fachwerk am Giebel leuchtet wieder. Und unter dem Dach sind die alten Balken, die zugemauert waren, wieder sichtbar. Insgesamt 3.000 Arbeitsstunden Eigenleistung haben die Vereinsmitglieder in das alte Haus gesteckt. Schließlich verbinden Menschen wie Lippert viel mit dem Gebäude.

Das Forsthaus von Hohenberg: Milchhäusl und Bauernhaus

Schon als Kind ist Lippert auf dem Schulweg am "Alten Milchhof" vorbeigegangen. So wird das Forsthaus in Hohenberg genannt, weil während der Zeit des zweiten Weltkriegs in dem Haus Milch gegen Lebensmittelmarken ausgegeben wurde. Ursprünglich vor 1650 als Forsthaus gebaut, wurde es die meiste Zeit als Bauernhaus genutzt, zuletzt aber war es zunehmend dem Verfall preisgegeben. Das Milchhäusl brauchte Retter – und fand sie.

Sanierung kostet 1,1 Millionen Euro

Insgesamt 1,1 Millionen Euro hat die Sanierung gekostet, ungefähr 100.000 Euro Eigenleistung hat der Förderkreis zum Erhalt historischer Baudenkmäler in Hohenberg und Umgebung aufgebracht. Wie groß der Rückhalt in der Bevölkerung ist, haben die Aktiven beim Tag der Offenen Tür kurz vor Fertigstellung gemerkt – sie wurden förmlich überrannt von Interessierten.

Landesamt für Denkmalpflege unterstützt die Sanierung

Neben dem Engagement der Hohenberger selbst hat das Landesamt für Denkmalpflege viel dazu beigetragen, dass die Renovierung gelungen ist, sagt Karl Lippert. Die Stadt Hohenberg an der Eger selbst hätte es ohne Zuschüsse nicht geschafft, das Haus zu erhalten.

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