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Milch direkt vom Hof: Bauern gehen neue Wege | BR24

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Im Städtedreieck Nürnberg-Fürth-Erlangen setzt eine Milchbauernfamilie mit der Marke "Rosa Kuh" auf den direkten Weg zum Verbraucher. Sie investiert in einen neuen Stall mit mehr Tierwohl und gleichzeitig hat sie eine neue Hofmolkerei gebaut.

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Milch direkt vom Hof: Bauern gehen neue Wege

Wurstwaren, Gemüse, Milch – die Verbraucher besinnen sich momentan verstärkt auf regionale Produkte. Auf dieses Einkaufsverhalten setzt auch eine Familie aus Obermichelbach. Knapp drei Millionen Euro haben Sie investiert, um neue Wege zu gehen.

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Von
  • Franziska Drexler

Stefanie Bauer füllt die Vorräte auf. Sie und ihre Familie besitzen rund um Obermichelbach bei Fürth drei Automaten, an denen sie unter anderem Eier und Milch vom eigenen Hof anbieten. Und das ist gefragt. Momentan muss die Agraringenieurin häufiger für Nachschub sorgen. Ein Trend, auf den die Familie auch bei ihrer neuen Geschäftsidee hofft. Die Milch soll es nicht nur in die Automaten, sondern auch in die Supermärkte schaffen.

Eigenvertrieb statt Zulieferung

Die Landwirte halten 60 Kühe. Und die geben mehr Milch, als die Familie für ihre Automaten benötigt. Doch anstatt die Milch an große Betriebe zur weiteren Verarbeitung zu liefern, setzen Stefanie Bauer und ihr Mann Michael auf ein anderes Modell. Vor zwei Jahren entschieden sie sich dazu, eine eigene Molkerei auf dem heimischen Hof ins Leben zu rufen, sie produzieren jetzt auch Joghurt und Eis.

Erst die achte Bank gab Kredit

Um den Plan umzusetzen, brauchte das Ehepaar knapp drei Millionen Euro Kapital. "Wir haben sieben Banken gefragt", erzählt Landwirt Michael Bauer "und erst die achte hat‘s gemacht." Das Geld investierten sie in einen neuen Stall und die Molkerei. Unter der Marke "Rosa Kuh" beliefern Stefanie und Michael Bauer seit acht Wochen verschiedene Supermärkte und Geschäfte in der Region mit ihren heimischen Produkten.

Die Verbraucher sind neugierig

Schon zum zweiten Mal in einer Woche musste die Supermarkt-Angestellte Federica Salvati die Produkte der Familie Bauer nachbestellen. Laut Federica Salvati sind die Kunden eigentlich eher skeptisch bei neuen Marken. Diesmal sei das aber anders, die Kunden seien interessiert. Birgit Kretschmann ist Inhaberin eines Gemüseladens im Nürnberger Stadtteil Katzwang. Auch sie hat die regionale Marke ins Sortiment aufgenommen. "Das muss sich jetzt erst noch rumsprechen", sagt sie. Aber es seien sogar schon Menschen extra wegen der Marke gekommen.

Regionalität boomt

Auch Thomas Kassel, Geschäftsführer eines Supermarktes in Obermichelbach glaubt an die regionalen Produkte. Er sieht dafür mehr Potential als für Bio-Lebensmittel. "Ich gehe stark davon aus, dass es während der Corona-Zeit und auch danach noch stärker an Fahrt aufnehmen wird", prognostiziert Thomas Kassel.

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