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Mikroplastik und Klima: 20 Jahre Forschung auf der Zugspitze | BR24

© BR/Lui Knoll

Ihre Bedeutung für den Klimaschutz wächst immer mehr: Heute feiert die Forschungsstation Schneefernerhaus unterhalb des Zugspitzgipfels 20-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum besuchte Bayerns Umweltminister Glauber die Umweltforschungsstation.

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Mikroplastik und Klima: 20 Jahre Forschung auf der Zugspitze

Ihre Bedeutung für den Klimaschutz wächst von Jahr zu Jahr: Heute feiert die Forschungsstation Schneefernerhaus unterhalb des Zugspitzgipfels 20-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum besuchte Bayerns Umweltminister Glauber die Umweltforschungsstation.

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Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) betonte anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Umweltstation auf der Zugspitze die Bedeutung der Forschung in diesem Bereich. Dem BR sagte der Minister, die Klima- und Höhenstation sei das wichtigste Fieber-Thermometer in Deutschland. Hier arbeiten internationale Wissenschaftler gemeinsam daran, Klima- und Umweltdaten zu sammeln, zu bewerten und daraus Rückschlüsse auf die Ursachen zu ziehen.

Internationales Klima-Thermometer

Zehn Institute und Universitäten arbeiten eng zusammen, um den Wissenschaftlern bestmögliche Arbeitsbedingungen zu geben. Rund 300 Meter unterhalb des Zugspitzgipfels feierte die Umweltstation ihr Jubiläum gemeinsam mit renommierten Wissenschaftlern. Die Station soll zu einem internationalen Klima-Thermometer ausgebaut werden. Bereits jetzt dient sie acht europäischen Forschungsstationen als Partner für ein virtuelles Alpenobservatorium (VAO).

Schwindender Permafrost, Pollenflug und Mikroplastik-Forschung

Die Wissenschaftler beobachten in der Forschungsstation - in einer Höhe von 2.650 Metern - auch die Auswirkungen der Erderwärmung auf den Permafrost und damit die Veränderung auf die Alpen. Sie messen den Pollenflug und gehen speziellen Wetterphänomenen nach. Gerade neu gestartet ist ein Projekt, das Mikroplastik in Schnee und Eis untersucht und der Frage nachgeht, wie viel Mikroplastik über die Luft transportiert wird.

© BR, Quelle: DWD

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Europäische Zusammenarbeit auf der Zugspitze

Es ist auch ein Stück Wissenschaftsgeschichte, die sich mit dem Schneefernerhaus seit 1999 verbindet. Ausgehend vom Bayerischen Umweltministerium haben sich hier zehn Forschungseinrichtungen und Universitäten zusammengeschlossen, um Klima–, Wetter–, und Umweltphänomene zu erforschen. So ist das Schneefernerhaus Partner des "Virtuellen Alpenobservatoriums (VAO)", einem Verbund von europäischen Höhenforschungsstationen unter anderem in der Schweiz, Österreich, Italien und Frankreich.

Forschungsstation war früher ein Hotel

Gesellschafter der Umweltstation sind der Freistaat Bayern, der Landkreis und die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen und die Gemeinde Grainau. Die Bayerische Zugspitzbahn stellt die Logistik zur Versorgung der Forschungsstation, die bis 1992 ein Hotel war.    

Schwindender Gletscher gab Schneefernerhaus seinen Namen

Ihren Namen hat die Forschungsstation vom nahen Schneeferner, einem der letzten bayerischen Gletscher. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts reichte der Gletscher noch bis auf 2.400 Meter hinunter. Heute bedeckt das ewige Eis im Zugspitzmassiv nur noch knapp 40 Hektar Fläche.

© picture alliance / dpa / Rolf Wilms

Der nördliche Schneeferner, größter und höchster Gletscher in Deutschland, geht aufgrund der Klimaerwärmung ständig zurück.