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Wie kommt die Energiewende in die Städte? Und Solarzellen auch auf die Dächer von Mietwohnungsblocks? Dafür gibt es ein gesetzliches Modell, den so genannten Mieterstrom. Ein Beispiel aus der Oberpfalz.

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Mieterstrom hilft der Umwelt und spart Geld

Wie kommt die Energiewende in die Städte? Und Solarzellen auch auf die Dächer von Mietwohnungsblocks? Dafür gibt es ein gesetzliches Modell, den sogenannten Mieterstrom. Ein Beispiel aus der Oberpfalz.

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Ein neu gebauter Sozialwohnungsblock in Lappersdorf bei Regensburg ist eines der ganz wenigen Mietshäuser in Bayern, deren Bewohner billigen Solarstrom vom "eigenen" Dach bekommen können. Den Mieterstrom zu beziehen ist keine Pflicht, trotzdem haben sich fast alle 18 Haushalte dafür entschieden. Wie Mieterin Monika Ackermann, die sich darüber freut, dass sie den Strom nicht per Überlandleitung beziehen muss, weil er direkt aus dem Haus kommt: "Und, dass es fürs Klima noch toll ist, finde ich natürlich ausschlaggebend!"

Mieterstrom muss billiger sein als die Grundversorgung

Der finanzielle Aspekt ist jedoch gerade für Sozialmieter ebenfalls wichtig. Im Vergleich zum Standardtarif der Grundversorgung wird Monika Ackermann jährlich geschätzt einhundert Euro sparen. Die Kilowattstunde kostet sie 25,45 Cent statt 29,94 und auch der monatliche Grundpreis ist günstiger. Bei Mieterstrom ist es Vorschrift, dass er mindestens zehn Prozent billiger sein muss als der Grundtarif. Die Mieter sind auch nicht an den Vertrag gebunden, sondern haben die übliche Wechselmöglichkeit zu anderen Anbietern.

Ein zentrales Ziel des Mieterstromgesetzes, das seit 2017 gilt, ist die soziale Schieflage bei der Energiewende zu mildern. Lange konnten nur Immobilieneigentümer von der Einspeisevergütung für Photovoltaikstrom und dem billigen Eigenverbrauch des Stroms aus ihrer Solar-Dachanlage profitieren. Das sollte anders werden.

Gemeinde freut sich über gespartes Treibhausgas

Eigentümer des Wohnblocks ist die Gemeinde Lappersdorf. Christa Wunderer ist dort Sprecherin des Klimabeirats. Sie hat sich sehr für den Mieterstrom eingesetzt: "Die Mieter haben den Vorteil, dass sie einen günstigeren Strom erhalten. Und die Gemeinde hat den Vorteil, dass sie jedes Jahr 15 Tonnen CO2 sparen kann." Der Aufwand für die Verwaltung ist dabei gering. Die Kommune vermietet lediglich das Dach und bekommt dafür sogar noch einen geringen Obolus.

Regionale Energiegenossenschaft als Investor

Die Solarzellen dagegen hat eine regionale Energiegenossenschaft bezahlt, die als Investor auftritt: die Bürger Energie Region Regensburg eG. Deren Vorstand Joachim Scherrer ist begeistert von dem Modell: "Etwas Schöneres, als Strom dezentral zu produzieren, zu verwenden und das auch noch günstiger, gibt es für uns eigentlich gar nicht!" Die Genossenschaft versteht sich als Treiber für die Energiewende im Allgemeinen und den Mieterstrom im Besonderen.

Allerdings bedauert Scherrer, dass sich Mieterstrommodelle unter den aktuellen Rahmenbedingungen nur in Neubauten rechnen, wo die nötige Installation von Anfang an eingeplant werden kann. Und während sich im Landkreis Regensburg in Sachen Photovoltaik einiges tut, würde er sich von der Stadt Regensburg durchaus noch mehr Interesse wünschen.

Stadtbau Regenburg noch skeptisch gegenüber Mieterstrom

Die kommunale Stadtbau Regensburg etwa bietet ihren Mietern bisher keinen Photovoltaikstrom vom jeweiligen Dach an. Auf BR-Anfrage schreibt die Stadtbau, Energieversorgung sei nicht von ihrem Gesellschaftszweck gedeckt, und sie wolle sich auch nicht abhängig von anderen Firmen machen, die auf den städtischen Dächern PV-Anlagen betreiben könnten. Bei zwei Modellvorhaben will die Stadtbau Regensburg trotzdem ausprobieren, ob sie künftig in Mieterstrom einsteigen könnte.