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Handwerker auf der Leiter beim Renovieren einer Wohnung
© dpa-Bildfunk/Axel Heimken

Autoren

David Herting
Matthias Lauer
© dpa-Bildfunk/Axel Heimken

Handwerker auf der Leiter beim Renovieren einer Wohnung

Mieter müssen wachsam sein – und das schon vor Unterzeichnung des Mietvertrags. Einem Urteil des Amtsgerichts München zufolge kann ein Mieter in Taufkirchen, der nach Jahren herausgefunden hat, dass seine Wohnfläche viel kleiner ist als im Mietvertrag angegeben, später keine Miete zurückverlangen.

Beschwerde nach sieben Jahren

Im Jahr 2010 hat ein Ehepaar ein Einfamilienhaus in Taufkirchen gemietet, Wohnfläche laut Mietvertrag 210 Quadratmeter. Sieben Jahre später beschwerte sich das Ehepaar, dass die Wohnfläche ihrer gemieteten Wohnung nur 170 Quadratmeter betrage und kürzte die Mietzahlungen.

Gericht gibt Vermieter recht

Es kam zum Prozess: der Vermieter sagte vor Gericht, dass im Mietvertrag nicht nur Erdgeschoss und Obergeschoss angegeben seien, sondern auch ein ausgebautes Dachgeschoss und beheizter Hobbyraum. Das Gericht gab dem Vermieter recht. Die Begründung: es gebe keine allgemeine Definition für den Begriff Wohnfläche. Die Vertragspartner - also Mieter und Vermieter - sind frei zu vereinbaren, welcher Berechnungsmaßstab für die Wohnfläche gilt.

Außerdem hätte das Ehepaar schon vor der Vertragsunterzeichnung erkennen können, dass nur Erdgeschoss und Obergeschoss zusammengerechnet niemals 210 Quadratmeter groß sein können. Und deswegen auch das Dachgeschoss und der Hobbyraum zur Wohnfläche zählen, so das Amtsgericht. Das Urteil ist rechtskräftig.