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Mietenstopps bei Adidas: Kritik aus Politik und Forschung | BR24

© picture alliance/Daniel Karmann

Der Marketingforscher Claas Christian Germelmann von der Universität Bayreuth sieht, was die Ankündigung der Mietenstundung betrifft, klare Versäumnisse bei Adidas.

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Mietenstopps bei Adidas: Kritik aus Politik und Forschung

In sozialen Netzwerken wird bereits zum Boykott von Adidas aufgerufen – nun hat der Konzern Stellung bezogen, zu den nicht gezahlten Mieten während der Corona-Krise. Nicht nur ein Marketingforscher der Universität Bayreuth reagiert mit Unverständnis.

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Der fränkische Sportartikelhersteller Adidas hat im Gespräch mit dem BR sein Vorgehen bezüglich der angekündigten Mietenstopps seiner Shops gerechtfertigt. Adidas-Sprecher Jan Runau erklärte: "Es ist richtig, dass Adidas, wie viele andere Unternehmen auch, vorsorglich Mietzahlungen für April temporär stundet, wo unsere Läden geschlossen sind."

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Adidas: Miete sei nur gestundet

Wichtig sei jedoch, dass es dabei nicht darum gehe, die Miete für den April nicht zu bezahlen. Es handle sich lediglich um eine Stundung. "Wir sind dazu mit den betreffenden Vermietern in engem Austausch. Unsere Vermieter sind in der Regel große Immobilienvermarkter und Versicherungsfonds, sie haben für diese Maßnahme überwiegend Verständnis gezeigt. Privatpersonen, vier an der Zahl, sind von dieser Stundung ausgenommen und erhalten Ihre April-Miete wie gewohnt."

Scheuer kritisiert Aussetzen von Mietzahlungen

Der Sportartikelhersteller hatte mit seiner Ankündigung, für seine eigenen 26 Shops in Deutschland die Mieten auszusetzen, heftige Reaktionen ausgelöst. Besonders in den sozialen Netzwerken kam es zu regelrechten Shitstorms. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bezeichnete es "als völlig inakzeptable Botschaft", die Mietzahlungen für die eigenen Läden einfach auszusetzen, die wegen der Corona-Pandemie vor zwei Wochen schließen mussten.

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Marketingforscher der Uni Bayreuth rügt Adidas

Der Marketingforscher Professor Claas Christian Germelmann von der Universität Bayreuth sieht, was die Ankündigung der Mietenstundung betrifft, klare Versäumnisse bei Adidas. "Man hätte es einfach besser erklären müssen. Etwa die Sorge um die 30.000 Mitarbeiter in den Vordergrund stellen." Dass gerade Äußerungen von Adidas besonders in der Öffentlichkeit wahrgenommen würden, sei keine Überraschung. "Adidas ist neben BMW die stärkste Marke in Bayern", so der Wissenschaftler.

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