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Nach einem Vorschlag von Kultusminister Michael Piazolo soll Wechselunterricht bald auch in Regionen mit hohen Corona-Zahlen möglich sein.

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Piazolo: Wie Schulen trotz hoher Inzidenz wieder öffnen könnten

Während in Teilen Bayerns die Schüler wieder im Klassenzimmer sitzen, sind die Schulen in Corona-Hotspots nach wie vor dicht. An der Grenze zu Tschechien sind die Inzidenzwerte hoch. Jetzt gibt es einen Plan, wie die Schulen dort öffnen könnten.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Thorsten Gütling

Zwei Tests pro Woche, dann ab in die Schule: Nach einem Vorschlag von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) soll Wechselunterricht so auch in Regionen mit hohen Corona-Zahlen möglich sein. Dazu zählen auch die oberfränkischen Landkreise an der Grenze zu Tschechien. Seit Tagen weisen Stadt Hof und Landkreis Wunsiedel mitunter die höchsten Inzidenzwerte Deutschlands auf. Aktuell meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) für Hof einen Wert von 352 und für den Landkreis Wunsiedel von 242. Hohe Werte weisen aber auch die grenznahen Kommunen in Niederbayern und der Oberpfalz auf, darunter Tirschenreuth.

Zahlreiche oberfränkische Kommunen könnten betroffen sein

Die Pläne könnten aber auch einige weitere oberfränkische Kommunen betreffen. Denn gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) sagte Piazolo gestern: "Ich könnte mir vorstellen, dass wir über die Methode des intensiven Testens auch bei Sieben-Tage-Inzidenzen über 100 mindestens die Grundschulen wieder öffnen können." Das würde derzeit über die bereits genannten Grenz-Kommunen auch die Landkreise Kulmbach (237,5), Kronach (177), Hof (115) und Lichtenfels (105) betreffen. Bayernweit liegt die Inzidenz derzeit bei 80.

Derzeit nur Distanzunterricht ab Inzidenzwert 100

Derzeit ist in Landkreisen und kreisfreien Städten mit Inzidenzen über 100 lediglich Distanzunterricht, also Homeschooling möglich. Nur die Schüler der Abschlussklassen in Gymnasien und Berufsschulen sind dort schon wieder zurück im Klassenzimmer, ab kommenden Montag auch die Abschlussklassen aller anderen Schulen.

Regelmäßige Tests an Schülern und Lehrern in Corona-Hotspots

Um Schulen in Corona-Hotspots eine Perspektive zu bieten, denkt Piazolo an regelmäßige Tests zweimal pro Woche. Die genaue Art und Abfolge der Tests ließ er zunächst offen. Es seien viele verschiedene Modelle denkbar, die noch mit Wissenschaftlern besprochen werden sollen. Bislang sollen sich Schüler wöchentlich selbst testen können, Lehrkräfte zweimal pro Woche.

Piazolo: Vorerst keine Testpflicht an Bayerns Schulen

Eine Test-Verpflichtung für Schülerinnen und Schüler sieht Piazolo aber skeptisch.

"Die Schulen müssten die Tests verpflichtend durchführen. Aber eine Test-Verpflichtung für alle - da wäre ich im ersten Moment zurückhaltend." Michael Piazolo, Kultusminister Bayern

Allerdings müsse sich schon ein sehr hoher Prozentsatz der Schülerinnen und Schüler beteiligen, damit man Wechselunterricht ermöglichen könne.

Pilotversuch noch vor den Osterferien

Geht es nach Piazolo, könnte in der Woche vor den Osterferien ein Pilotversuch in einem oder in mehreren ostbayerischen Landkreisen starten - dort also, wo die Corona-Zahlen deutschlandweit am höchsten sind. Je nach Entwicklung könnte das Modell nach den Ferien dann ausgeweitet werden.

Der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge führt schon seit vergangenem Montag einen Pilotversuch mit Gurgeltests durch. Die Schüler der Notbetreuung geben zweimal pro Woche eine Probe ab. Eine kleine Menge wird gemischt und als ein Test pro Klasse untersucht. Nur wenn der gemeinsame Test positiv ausfällt, sei die Untersuchung der einzelnen Tests nötig.

Lehrerverband: Impfen statt testen

Die Tests allein reichen aber nicht aus, kritisiert Jürgen Böhm, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbands.

"Was zu tun ist: Allen Lehrkräften aller Schularten vor allem in Corona-Hotspots sofort ein Impfangebot zu machen." Jürgen Böhm, Bayerischer Realschullehrerverband

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert mehr Unterstützung für Schulen. In jeder Bildungseinrichtung brauche es fest installierte Teststationen mit medizinisch geschultem Personal. In Stadt und Landkreis Hof hat jede Schule schon einen ärztlichen Ansprechpartner. Die Behörden kooperieren dafür mit rund 30 Praxen.

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Von 100 Millionen Corona-Schnelltest wurden bereits elf Millionen an die Kommunen ausgegeben. Sie sind vor allem für Schulen gedacht. Ministerpräsident Söder informierte sich in Nürnberg über die Teststrategie an Schulen.

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