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Würzburger Zentrum für Körperbehinderte bekommt neuen Namen | BR24

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Das Zentrum für Körperbehinderte in Würzburg heißt künftig Hans-Schöbel-Schule. Die Umbenennung erfolgt zum 80. Geburtstag des Direktors Hans Schöbel. Er engagiert sich seit gut 50 Jahren für behinderte Kinder und Jugendliche.

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Würzburger Zentrum für Körperbehinderte bekommt neuen Namen

Das Zentrum für Körperbehinderte in Würzburg heißt künftig Hans-Schöbel-Schule. Die Umbenennung erfolgt zum 80. Geburtstag des Direktors Hans Schöbel. Er engagiert sich seit gut 50 Jahren für behinderte Kinder und Jugendliche.

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Das Zentrum für Körperbehinderte in Würzburg bekommt einen neue Namen: Hans-Schöbel-Schule heißt die Einrichtung ab sofort. Schöbel, Direktor des Zentrums, engagiert sich seit gut 50 Jahren für behinderte Kinder und Jugendliche im In- und Ausland. Die Umbenennung ist ein Geschenk zu seinem 80. Geburtstag.

Anfänge in einem Gemeindesaal

Die Anfänge der Schule liegen in den späten 1960er-Jahren. Zusammen mit betroffenen Eltern gründet Hans Schöbel am 30. Oktober 1969 den "Verein zur Förderung und Betreuung spastisch gelähmter und anderer Körperbehinderter". Schöbel erinnert sich noch gut an die Zeit: "Mit zehn behinderten Kindern und drei Mitarbeiterinnen begannen wir in einem Gemeindesaal mit einer kleinen Tagesstätte." Damals gab es für diese Kinder noch keine Schule. Sie saßen zu Hause, ohne jegliche Förderung und ohne die Chance auf Schulbildung.

Förderschule für Körperbehinderte in Unterfranken

Dieser Missstand trieb Schöbel an. 1971 eröffnete die erste Förderschule für Körperbehinderte in Unterfranken mit zwei Klassen. Anfangs am St. Konradsheim in der Nikolausstraße. Der älteste Erstklässler war 17 Jahre alt. Er lebte als nicht bildungsfähig bis zur Gründung der Schule zuhause. 1976 kam das Körperbehindertenzentrum am Heuchelhof hinzu. Weitere Förderzentren entstanden, zum Beispiel in Aschaffenburg. So können auch schwerstbehinderte Kinder die Schule besuchen. Um rund 380 Kinder und Jugendliche sorgt sich Hans Schöbel heute mit seinem Team. Insgesamt umfasst es rund 600 Mitarbeitende.

Jedes Kind hat Bildung verdient

In einem der Klassenzimmer sitzt Slava im Rollstuhl. Mit vier Jahren kam sie aus Syrien nach Würzburg. Sie leidet an der Glasknochenkrankheit und musste vorsichtig auf der Flucht getragen werden. Die Neunjährige ist aufgeweckt und fröhlich, schnell hat sie die deutsche Sprache gelernt – sie ist sehr dankbar hier zu sein.

Daneben sitzt der achtjährige Ben aus Lauda-Königshofen. Er freut sich über die Umbenennung der Schule "Zentrum für Körperbehinderte". "Endlich hat sie einen Namen, bei dem nicht sofort jeder weiß, was du hast, und Hans-Schöbel-Schule klingt cool", sagt Ben. Hans Schöbel selbst schmeichelt der neue Schulname. "Viel wichtiger ist jedoch das Engagement dahinter", sagt er.

Neue Ausstattung an der Hans-Schöbel-Schule

"Manche unserer Kinder können keinen Stift halten, geschweige denn ihn gezielt bewegen", sagt Schöbel. Mit seinem Team hat er sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten viel einfallen lassen, um Hürden wie diese zu überwinden – zum Beispiel mit Hilfe von Sprachcomputern, die von den Kindern mit einer Augensteuerung bedient werden können.

Aktuell wird für 12 Millionen ein Wohnheim und eine Tagesförderstätte für Erwachsene mit Behinderung in Würzburg gebaut. Die BR-Benefizaktion Sternstunden unterstützt das Bauprojekt mit einer Million Euro. Der Rohbau ist fast fertig. Auch die Generalsanierung der Schule am Heuchelhof, mit Schwimmbad und Turnhalle läuft teilweise noch. Kostenpunkt: 32 Millionen Euro.

80 Geburtstag und noch immer aktiv

Ende 2020 will Hans Schöbel anfangen, seine Ämter langsam abzugeben. Der 80-jährige will sich aber weiterhin für die Belange behinderter Menschen stark machen. Für sein Engagement wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber.

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