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Würzburger Hubland: Eine Kaserne wird zum Wohngebiet | BR24

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Auf dem ehemaligen Kasernengebiet am Würzburger Hubland entstehen Wohnungen

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Würzburger Hubland: Eine Kaserne wird zum Wohngebiet

Auf dem Wohnungsmarkt gehen die Preise durch die Decke - vor allem dort, wo Neubaugebiete fehlen. So wie in Würzburg. Die Stadt macht deshalb eine ehemalige Kaserne zum Wohngebiet. Kreative Ansätze gegen die Wohnungsnot - der BR24-Schwerpunkt heute.

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Für Marlene Lester ist es das große Los. Sie hat lange gesucht, sich für die Stadtbauwohnung am Hubland in Würzburg beworben und den Zuschlag bekommen. "Die Wohnungen sind gut geschnitten. Wir, mein Sohn und ich, brauchen nahezu keine Heizung im Winter. Es ist wunderbar gedämmt", berichtet sie.

Insgesamt vier Häuser mit 174 Wohnungen hat die städtische Wohnungsbaugesellschaft am Hubland bereits realisiert. Die Hälfte aller Wohnungen ist staatlich gefördert, die Mieten also je nach Einkommen und Familienstand gestaffelt.

"Kunterbunt gemischt"

"Das können identische Wohnungen auf vier Etagen sein, für die die Mieter aufgrund der unterschiedlichen Förderung auch unterschiedliche Miete zahlen. Keiner weiß, wer hat Geld und wer nicht. Es ist wirklich alles kunterbunt gemischt." Marlene Lester, Mieterin

Marlene Lester war erste Mieterin am Hubland, Annette Popp hat mit ihrer Familie im Juli letzten Jahres das erste Einfamilienhaus bezogen. Beide sind inzwischen mit 400 weiteren Nachbarn aus dem Neubaugebiet in einer sozialen Plattform organisiert. Sozialmieter oder Eigenheimbesitzer, das spiele keine Rolle:

"Wir haben zwei Kinder, die mit all den anderen Kindern auf dem Spielplatz spielen, egal, ob sie in einer Stadtbauwohnung oder einem Einfamilienhaus leben. Wir merken es nicht und wollen es auch nicht zum Thema machen. Ich finde, es funktioniert gut so." Annette Popp, Mieterin

Platz für 5.000 Menschen

4.500 Menschen sollten ursprünglich auf dem Kasernenareal angesiedelt werden, das so groß ist wie die Altstadt von Würzburg. Jetzt ist von 5.000 die Rede. Weniger Eigenheime und mehr Wohnblöcke sind jetzt zugelassen, sagt Stadtplanerin Claudia Kaspar:

"Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist enorm. Wir liegen derzeit bei 70 bis 75 Prozent Geschosswohnungsbau, glauben aber auch, dass es verträglich ist, auch aufgrund des Stadtbaus und des Stadtteils und der ganz tollen Parkanlagen, die jetzt auch durch die Gartenschau geschaffen wurden." Stadtplanerin Claudia Kaspar

21 Hektar Grünfläche bleiben von dem Park erhalten, der für die Landesgartenschau 2018 am Hubland entstand. Unmittelbar daran grenzen die Wohnblocks der Stadtbau in Premiumlage an. Erst dahinter sind dann die Häuslebauer an der Reihe. "Wohnen für alle": Würzburg hat das auch über die Grundstückspreise gesteuert.

Weniger Ertrag

Erstmals wurden damit auch private Investoren für sozialen Wohnbau gewonnen. Projektentwickler Heiko Schröppel:

"Wir haben uns gedacht, dass wird ein Produkt werden, dass aufgrund der gesellschaftlichen Gegebenheiten in den Fokus kommen wird. Das muss man ehrlicherweise dazu sagen: Der Ertrag, der damit erzielbar ist, ist auch viel weniger als bei frei finanzierten Projekten. Deswegen muss der Ankaufspreis auch niedriger sein." Projektentwickler Heiko Schröppel

Am Hubland war das noch möglich, weil Würzburg das ehemalige Kasernengelände der US-Armee komplett erworben hat. Aber noch so eine Chance bietet sich im Stadtgebiet kein zweites Mal. Und der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum ist noch längst nicht gedeckt. Die Mieten sind seit 2005 um 66 Prozent gestiegen.

Mehr Beispiele für Ansätze im Kampf gegen die Wohnungsnot heute auf br24.de

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Bezahlbare Mieten sind für viele Bayern ein Wunschtraum. Auf dem privaten Wohnungsmarkt gehen die Preise durch die Decke, vor allem dort, wo Neubaugebiete fehlen. So wie in Würzburg. Die Stadt macht deshalb eine ehemalige Kaserne zum Wohngebiet.