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Pleinting: Anwohner wollen keine Bahn-Lärmschutzwand | BR24

© BR / Katharina Häringer

Pleinting: Anwohner wollen keine Bahn-Lärmschutzwand

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Pleinting: Anwohner wollen keine Bahn-Lärmschutzwand

Bis 2020 will die Deutsche Bahn entlang von Bahnstrecken den Lärm halbieren und baut dazu Lärmschutzwände. Auch in Pleinting, einem Ortsteil der Gemeinde Vilshofen, soll eine solche Wand kommen. Doch die Bürger sind alles andere als begeistert.

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Die Deutsche Bahn hat sich ein Ziel gesetzt: Bis 2020 soll der Lärm entlang der Bahnstrecken halbiert werden. Soll heißen: Die Bahn baut überall Lärmschutzwände, damit es Anwohner daheim ruhiger haben. Auch im niederbayerischen Pleinting, einem Ortsteil der Gemeinde Vilshofen, wird jetzt so ein Lärmschutz gebaut. Doch die Begeisterung der Bürger hält sich in Grenzen. Mehr noch: Sie wollen eine Lärmschutzwand verhindern.

Anwohner stört der Lärm kaum

Marlene und Horst Hillebrand wohnen in Pleinting an den Gleisen. Sie wussten natürlich auch beim Hauskauf, dass hier Züge fahren. Sie stört der Lärm kaum:

"Das fällt gar nicht mehr auf. Wenn ich am Wochenende ein Brett zum Absägen hätte, dann warte ich immer, bis der Zug kommt. Und bis ich meine Stichsäge angestellt habe, ist der Zug vorbei." Horst Hillebrand, Anwohner

Drei Meter hohe Wände sollen entstehen

Gegen den Lärm, der von den Zügen ausgeht, will die Deutsche Bahn jetzt Lärmschutzwände bauen. Die Absperrungen stehen bereits. Drei Meter hohe Wände sollen entstehen. Sie sehen aus, als würde man Lamellen aus Aluminium aufeinanderstecken - eine große graue Fläche eben. Die Hillebrands und andere Anwohner haben nicht generell etwas gegen den Lärmschutz, sondern eher gegen die Optik. Sie fordern alternative Möglichkeiten - also niedrigere Lärmschutzwände, wie sie schon öfter verbaut wurden.

"Die Berliner Mauer ist weg. Und wir haben dann eine Pleintinger Mauer." Horst Hillebrand, Anwohner

Lärmschutz seit Jahren Thema in Pleinting

Seit Jahren wird in Pleinting schon über den Lärmschutz an der Bahntrasse diskutiert. Vilshofens Bürgermeister Florian Gams hatte bereits eine Idee, wie man das Problem lösen könnte: Die Anwohner befragen. Sollte es also Bereiche geben, wo niemand den Lärmschutz will, dann hätte man die Bahn darum gebeten, auf den Lärmschutz zu verzichten. "Die Bahn wäre da auch mitgegangen", sagt Florian Gams.

Vorschlag wurde im Stadtrat abgelehnt

Allerdings kam Gams mit diesem Vorschlag im Stadtrat nicht durch. Dass jetzt gebaut wird, macht einige Anwohner fassungslos. Johanna Petraschka klagt sogar gegen den Bau - für ihre Tante. Solange es in ihrem Fall kein Urteil gibt, müssen die Arbeiter jetzt 750 Meter aussparen. Nur rechts und links davon werden Wände aufgestellt. Keine gute Lösung, sagt Wolfgang Thalmeir, der zuständige Bauüberwacher der Bahn.

"Weil jeder Zug, der hier vorbeifährt, schiebt den Schall vor sich her und das ist für die Anwohner auch nicht prickelnd, wenn hier offen ist." Wolfgang Thalmeir, Bauüberwacher der Bahn

Die Bahn hatte zwar gesagt, dass nichts anderes als die drei Meter hohen Lärmschutzwände in Frage kommt, gleichzeitig hatte der Konzern aber auch versprochen, nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen. Die Anwohner fühlen sich aber jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt. Eine einvernehmliche Lösung wurde nie angestrebt, sagen sie.

© BR / Katharina Häringer

Diesen Bereich muss die Bahn aussparen bis es ein Urteil gibt