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Die Metzgerei Klein in Straß kann mit einem vollautomatischen Verkauf rund um die Uhr ihre Kunden versorgen. Ein Roboter fährt durchs Lager und bedient die Kundschaft. Entwickelt wurde das Gerät von einer Firma im selben Ort.

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Metzgerei-Roboter verkauft Wurst rund um die Uhr

Die Metzgerei Klein in Straß im Landkreis Neu-Ulm kann ihre Kunden 24 Stunden am Tag bedienen – mit Hilfe eines Roboters, der durch das Lager fährt. Noch läuft der Roboter im Probebetrieb. Aber schon bald könnte er marktreif sein.

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Von
  • Peter Allgaier
  • Roswitha Polaschek

Mit einem Finger streicht Josef Klein über den großen Benutzerbildschirm. „Dutzende Produkte kann man hier wählen“, sagt der Metzgermeister. Eben alles was auch im Geschäft gerne gekauft wird: Wiener, Hartwurst oder auch Käse. Doch vor dem Kunden steht kein gewöhnlicher Automat, wie man ihn mittlerweile auch vor anderen Metzgereien oder auch Bauernhöfen findet. Im Inneren steckt ein Roboter.

Industrie-Roboter und Fließband statt Metzger

„Das ist ein Industrie-Roboter, der auch im Automobilbau zum Einsatz kommt“, sagt Craig Craill. Der Geschäftsführer der Firma Kirschenhofer hat zusammen mit Metzgermeister Klein das System entwickelt. Der Roboter hält mit Saugnäpfen und Unterdruck die Produkte fest und holt sie so aus einem Regal. Auf einer Schiene flitzt er von links nach rechts und legt die Produkte schließlich auf ein Fließband, das Richtung Kunde fährt. Mit 5000 Waren könnte man das System bestücken. Größte Schwierigkeit war, die Windows-Benutzeroberfläche mit der Software eines Industrieroboters zu verbinden, sagt Craill.

Der Roboter soll keine Verkäuferinnen ersetzen

Zwei Jahre lang haben Craill und seine Mitarbeiter an der Anlage getüftelt. Noch läuft sie im Probebetrieb, doch schon bald soll sie marktreif sein. Der Roboter hatte vor ein paar Wochen seinen großen Einsatz. Weil die normale Metzgerei wegen Betriebsferien geschlossen war, probierten hunderte Kunden die Anlage aus und konnten so weiterhin Wurst und Fleisch der Metzgerei abholen. „Unsere Mitarbeiter müssen sich aber keine Sorgen machen“, sagt Josef Klein. Denn der Roboter soll nur eine Ergänzung sein, aber niemanden ersetzen.

Viele Einsatzmöglichkeiten für den digitalen Verkäufer

Die Firma Kirschenhofer sieht in ihrer Entwicklung großes Potential. Man könnte die Anlage auch mit einer Drogerie verbinden und die Kunden könnten sich dann rund um die Uhr Zahnpasta oder Shampoo abholen, sagt Craill. Möglich wäre sogar, das System auf einen LKW-Anhänger zu packen, der dann tagsüber in einem Dorf ohne Geschäfte abgestellt wird und so die dortige Bevölkerung versorgt.

Kunden loben den Verkaufsroboter

Was sagen die Kunden dazu, dass sie vom Roboter bedient werden? „Wenn man spät von der Arbeit kommt oder kurzfristig Gäste hat, ist das ideal“, findet ein Mann um die 50, der gerade Paprika-Lyoner und Wiener Würstchen bestellt hat. Eine jüngere Frau ist ähnlicher Meinung: „Es ist super, wenn man spontan noch etwas braucht.“

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