BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Metropolregion Nürnberg setzt auf erneuerbare Energien | BR24

© BR

Eine Studie zeigt, welche Potenziale die Metropolregion beim Ausbau erneuerbarer Energien hat, sagte Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke. Er ist Geschäftsführer des Forums Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung der Metropolregion.

2
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Metropolregion Nürnberg setzt auf erneuerbare Energien

Die Metropolregion Nürnberg will bis 2050 die CO2-Emmissionen um bis zu 95 Prozent reduzieren. Voraussetzung ist, dass sich die Städte, Gemeinden und Landkreise mit erneuerbaren Energien aus der Region versorgen. Das ist laut einer Studie möglich.

2
Per Mail sharen
Teilen

Die Metropolregion Nürnberg hat ihren Energienutzungsplan vorgestellt. Der zeigt, dass sich die elf kreisfreien Städte und 23 Landkreise von Sonneberg (Thüringen) im Norden bis Weißenburg-Gunzenhausen im Süden, von Kitzingen im Westen bis Tirschenreuth im Osten bis zum Jahr 2050 größtenteils mit erneuerbaren Energien aus der Region versorgen können.

Klimaziel kann erreicht werden

Die Studie zeigt, welche Potenziale die Metropolregion noch beim Ausbau erneuerbarer Energien wie Windkraft, Solarenergie und Biomasse hat, sagte Nürnbergs Umweltreferent Peter Pluschke. Er ist Geschäftsführer des Forums Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung der Metropolregion. Wenn diese Potenziale ausgeschöpft würden, dann könnte die Metropolregion ihr Klimaziel erreichen. Es sieht die Reduzierung der CO2-Emmissionen um bis zu 95 Prozent bis zum Jahr 2050 vor. Im vergangenen Jahr sei in der Region bereits fast die Hälfte des Stroms aus regenerativen Quellen erzeugt worden,.

"Wir könnten in der Metropolregion etwa sechsmal mehr Sonnenenergie ‚ernten‘, als wir das im Moment tun." Peter Pluschke, Forum Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung der Metropolregion

Ähnlich hoch schützt die Studie das Potenzial bei der Windkraft ein. Allerdings sei eine Versechsfachung der Windstrom-Erzeugung nur dann möglich, wenn die 10H-Regelung abgeschafft werde, sagte Landrat Armin Kroder (Freie Wähler), der stellvertretender Ratsvorsitzender der Metropolregion ist. Diese Reglung lege einen so großen Mindestabstand zur Wohnbebauung fest, dass kaum mehr Standorte für Windräder genehmigt werden könnten. Derzeit sei der Bau von Windrädern in der Region fast vollständig zum Erliegen gekommen, berichtete Kroder. Gerade einmal zwei Windräder würden derzeit bei ihm im Landkreis Nürnberger Land gebaut. Sie seien noch vor Inkrafttreten der 10H-Reglung geplant worden.

Energiesparen und Aufbau von Wärmenetzen

Eine wichtige Rolle im Klimapakt spielt zudem das Einsparen von Energie. Zum einen geht es darum, dass Gebäude effizient gedämmt werden. Zum anderen sollen regionale Wärmenetze aufgebaut werden. Der Energienutzungsplan legt dazu Karten für alle 600 Kommunen der Metropolregion vor, die Empfehlungen für kommunale Wärmenetze aufzeigen. Dabei geht es darum, in größeren Kommunen wie Nürnberg die Fernwärme auszubauen. Aber auch kleiner Gemeinden könnten Nahwärmenetze rund um Blockheizkraftwerke für Schulen, Schwimmbäder aufbauen, die auch umliegende Siedlungen versorgen, erläuterte Pluschke.

Besserer Nahverkehr und mehr Elektroautos

Dringenden Handlungsbedarf sehen die Autoren der Studie beim Verkehr. So müsse der öffentliche Nahverkehr ausgebaut und die einzelnen Verkehrsträger besser vernetzt werden. Zudem schlagen die Klimaexperten der Metropolregion vor, verstärkt auf Elektromobilität zu setzen. Voraussetzung sei jedoch, dass dieser Strom aus erneuerbaren Quellen stamme. Bis zum Jahr 2030 könnten geschätzt 20 bis 30 Prozent Elektroautos unterwegs sein, ohne dass es zu Engpässen bei der Produktion von Öko-Strom gebe, rechnete Pluschke vor.

Klimaschutzkonferenz in Bayreuth

Der Energienutzungsplan wird am 13. Februar bei der Klimaschutzkonferenz der Metropolregion in Bayreuth vorgestellt.

© BR-Bild/ Johanna Schlüter

Bis zum Jahr 2050 könnte in der Metropolregion Nürnberg bis zu sechsmal so viel Strom wie derzeit mit Solarzellen gewonnen werden.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!