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Metall- und Elektro-Industrie: Lage bleibt weiter angespannt | BR24

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Bildrechte: Sven Hoppe/dpa

Die Lage der Metall- und Elektroindustrie in Oberfranken ist weiter angespannt.

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Metall- und Elektro-Industrie: Lage bleibt weiter angespannt

Die oberfränkische Metall- und Elektroindustrie kommt nicht aus der Rezession, obwohl sich die Lage im Winterhalbjahr stabilisiert hatte. Vor allem das Exportgeschäft läuft schlecht. Mit einem weiteren Stellenabbau wird gerechnet.

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Von
  • Richard Padberg

Die wirtschaftliche Lage der oberfränkischen Metall- und Elektro-Industrie bleibt weiter angespannt. Das ist bei der Vorstellung der Winter-Konjunkturumfrage des Bayerischen Unternehmensverbands Metall- und Elektro (bayme) und des Verbands der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (vbm) deutlich geworden.

Die Rezession in der Metall- und Elektroindustrie hält an

Die Metall- und Elektro-Industrie in Oberfranken komme nicht aus der Rezession, sagte Clemens Dereschkewitz, der Vorstandsvorsitzende der vbm Region Oberfranken-Ost. Die Corona-Krise habe zu einem heftigen Einbruch geführt, im Winterhalbjahr habe sich die Lage wieder etwas stabilisiert.

Verluste vor allem beim Export

Die befragten Unternehmen hätten die Geschäftslage in der zweiten Jahreshälfte 2020 insgesamt weiterhin negativ bewertet, 40 Prozent der Unternehmen bezeichneten das Exportgeschäft als schlecht. Fast 30 Prozent der Unternehmen hätten im vergangenen Jahr Verluste hinnehmen müssen. Allerdings würden die Unternehmen insgesamt von einer weiteren Erholung in den kommenden Monaten ausgehen, so Dereschkewitz. Diese werde sich aber hinziehen, von einem Nachkrisenaufschwung sei man noch weit entfernt.

Kurzarbeit und weiterer Stellenabbau von rund 1.500 Arbeitsplätzen

Weiterhin angespannt sei die Beschäftigungssituation der oberfränkischen Metall- und Elektrounternehmen. Insgesamt 17 Prozent der Beschäftigten seien derzeit in Kurzarbeit. Dieses hohe Maß zeige, dass die Unternehmen alles tun würden, um die Beschäftigung zu sichern. Das könne aber nicht verhindern, dass weitere Arbeitsplätze abgebaut würden. Rund 24 Prozent der Unternehmen gingen in der Umfrage davon aus, dass im Inland weitere Stellen abgebaut würden. 2020 seien in der Metall- und Elektro-Industrie in Oberfranken 2.000 Stellen verloren gegangen, in diesem Jahr rechne man mit weiteren 1.500 Stellen.

"Die Lage ist besser als noch im Sommer. Über den Berg sind wir aber noch lange nicht." Clemens Dereschkewitz, Vorstandsvorsitzende der vbm Region Oberfranken-Ost

Neben den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie müsse man auch mit weiteren Unsicherheiten, wie den Auswirkungen des Brexits und dem strukturellen Wandel zurechtkommen. Angesichts der weiter angespannten wirtschaftlichen Lage gebe es für die anstehenden Tarifverhandlungen keine Aussichten auf höhere Löhne. Es gehe für viele Unternehmen ums Überleben, höhere Entgeltforderungen seien deshalb fehl am Platz, so Dereschkewitz. In der oberfränkischen Metall- und Elektro-Industrie sind etwa 60.000 Menschen beschäftigt.

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