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Metall- und Elektro-Betriebe in Unterfranken: düstere Aussichten | BR24

© picture-alliance/dpa

Metall-Facharbeiter beim Schweißen (Symbolbild)

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    Metall- und Elektro-Betriebe in Unterfranken: düstere Aussichten

    Die Konjunktur in der unterfränkischen Metall- und Elektro-Industrie befindet sich weiterhin in der Rezession. Das geht aus der aktuellen Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände unter ihren Mitgliedsunternehmen hervor.

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    Die Ergebnisse der Umfrage der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände (bayme vbm) unter ihren Mitgliedsunternehmen wurden am Freitag (10.01.20) in Würzburg vorgestellt. "Unsere Unternehmen bewerten die Lage so schlecht, wie seit zehn Jahren nicht mehr", sagte Ingrid Hunger, Vorsitzende des Vorstands bayme vbm Region Main und Spessart.

    Inlandsnachfrage hat nachgelassen

    Vor allem in der zweiten Hälfte des letzten Jahres habe sich die Lage drastisch verschlechtert: Nur gut ein Drittel – 35,9 Prozent – der unterfränkischen Metall- und Elektro-Unternehmen bewerteten in der letzten Befragung ihre aktuelle Geschäftslage im Inland als gut. Im Juli 2019 waren es noch über doppelt so viele – 78,2 Prozent – Unternehmen.

    Exportzahlen sind zurückgegangen

    Auch um das Auslandgeschäft steht es zunehmend schlecht: Nur 28,2 Prozent der Unternehmen bewerteten die Exportlage als gut – 32,1 Prozentpunkte weniger als im Juli. Die Gründe dafür sieht der Verband unter anderem beim zunehmenden Wettbewerbsdruck aus China und den Schwellenländern sowie bei politischen Herausforderungen wie etwa der Energie- und Mobilitätswende. Letztere treffe laut Hunger vor allem Unterfranken als Industriestandort, da in der Region besonders viele Automobilzulieferer ansässig seien.

    Arbeitgeber berichten von geringerer Beschäftigung

    Doch nicht nur die Produktions- und Exportzahlen sind in der unterfränkischen Metall- und Elektro-Industrie rückläufig. Auch die Beschäftigung geht inzwischen zurück. Laut Hunger rechnen die Verbände 2020 in Unterfranken mit einem Rückgang um 1.500 Beschäftigte. Den Umfrageergebnissen zufolge plant rund ein Drittel (33,1 %) der befragten Unternehmen in Unterfranken einen Stellenabbau.

    Fachkräftemangel weiter problematisch

    Der Fachkräftemangel bleibt in Unterfranken weiter ein großes Problem. Laut Hunger setzen immer mehr Unternehmen auf Kurzarbeit, um ihre Arbeitskräfte so lange wie möglich halten zu können und trotzdem Kosten einzusparen. Bereits seit eineinhalb Jahren deutet sich die Krise an: Die Produktionszahlen in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie gehen seit sechs Quartalen zurück. Damit steckt die Branche länger in der Krise als im Rezessionsjahr 2009. Damals wendete sich das Blatt innerhalb eines Jahres wieder.

    Keine Trendwende in Sicht

    "Es zeichnet sich in keiner Weise ab, dass sich die Lage bis Ende 2020 bessern wird", äußerte sich Michael Bischof, Vorsitzender des Vorstands der bayme vbm Geschäftsstelle Unterfranken zur aktuellen Situation.