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Das Heavy-Metal-Festival Summer Breeze soll in diesem Sommer trotz Corona stattfinden. Die Veranstalter haben ein umfassendes Infektionsschutzkonzept erarbeitet und sich mit einem offenen Brief an die Politik gewandt.

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Metalfestival "Summer Breeze" soll in Dinkelsbühl stattfinden

Rund 40.000 Heavy-Metal-Fans kommen normalerweise im August zum "Summer Breeze Festival" nach Dinkelsbühl im Landkreis Ansbach. Vergangenes Jahr fiel das Festival wegen Corona aus. Diesen Sommer könnte es Tests geben und eine Insellösung, so der OB.

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Von
  • Laura Grun

Wie die Veranstalter auf ihrer Homepage bekannt gegeben haben, soll das Summer Breeze Festival vom 18. bis 21. August stattfinden. Sie gehen fest davon aus, dass das größte Heavy-Metal-Konzert Süddeutschlands in diesem Jahr nicht abgesagt werden muss. Dabei soll das Festival in Dinkelsbühl für die Gäste – in vergangenen Jahren bis zu 40.000 – sicher ablaufen.

"Möglichst so wie 2019 mit einem großen Festival, mit vielen fröhlichen Besuchern. Ein bisschen den Alltag hinter sich lassen." Achim Ostertag, Summerbreeze"-Organisator

Dabei gehen die Organisatoren davon aus, dass die Inzidenz in vier Monaten deutlich niedriger ist als momentan und dass es beim Impfen schon deutliche Fortschritte gegeben hat, wie Veranstalter Achim Ostertag hofft.

Veranstalter erarbeiteten ausführliches Infektionsschutzkonzept

Wie die Organisatoren sich die Veranstaltung unter Corona-Bedingungen vorstellen, haben sie in einer Kurzversion ihrer "Infektionsschutzstrategie" erläutert. Sie soll der Schlüssel für die Durchführbarkeit des Festivals sein. Auf rund 65 Seiten beschreiben sie, welche Hygieneschutzmaßnahmen geplant sind. Dazu zählen unter anderem engmaschige Tests.

Das heißt für die Besucher und Besucherinnen, sie brauchen einen negativen Test vor der Anreise, Test vor Ort und auch vor der Abreise wird nochmals ein Test verlangt. Und das alles soll, so das Konzept, von geschultem Fachpersonal geleistet werden. Außerdem werden die Tickets personalisiert. Die Kontakte der Festivalbesucher sollen durch ein gechiptes Armbändchen nachverfolgt werden können. Damit das Ganze wie geplant stattfinden könnte, müsste das Gelände etwas vergrößert werden.

Offener Brief an Ministerpräsidenten

Mit einem offenen Brief an die Politik und den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) machen die Veranstalter deutlich, wie dringlich ihr Anliegen ist. In dem Brief schreiben sie, sie hätten mehr als 3.000 Stunden und über mehrere Monate hinweg an dieser "Infektionsschutzstrategie" für das Festival gearbeitet.

Für ihr Konzept hätten sie sich auch Partner ins Boot geholt, um eine entsprechende Expertise vorweisen zu können. Das Bayerische Rote Kreuz und die Universität der Bundeswehr, die Uni Trier und auch die Fachhochschule Aalen hätten das Ganze wissenschaftlich begleitet. So ist ein 100 Seiten langes Konzept entstanden, das sie nun der Politik präsentieren wollen.

Hauptsache feiern: Festival-Fans wollen Hygieneauflagen erfüllen

Bei der Ausarbeitung ihres Konzepts haben die Organisatoren auch schon eine Umfrage unter knapp 18.000 Festivalgängern gemacht, die sich alle bereit zeigten, die angedachten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen mitzutragen, wie es in dem offenen Brief weiter heißt.

Nun warten die Festivalmacher auf eine Antwort aus den Ministerien. Sollte "Summer Breeze 2021" mit rund 40.000 Festivalgästen stattfinden können, hätte das sicher Signalwirkung für viele andere Veranstaltungen ähnlicher Größenordnung. Allerdings wurden schon zahlreiche Festivals wie "Rock im Park" oder "Southside" definitiv abgesagt.

Oberbürgermeister bekräftigt durchdachtes Konzept

Dinkelbühls Oberbürgermeister Christoph Hammer (CSU) hat im Interview mit dem BR betont, dass ein Summer Breeze Festival bei den aktuellen Infektionswerten schwer vorstellbar sei. Auf der anderen Seite habe sich das Team um das Metal-Festival bereits im April 2020 Gedanken gemacht, wie die Veranstaltung im Jahr 2021 laufen könne und "was jetzt angedacht ist, ist ja kein Schnellschuss. Das ist wohl überlegt, mit Universitäten, ist ein Modellprojekt, gefördert vom Kultusministerium des Bundes", so der Oberbürgermeister.

Das Corona-Sicherheitskonzept solle "uns eine Möglichkeit eröffnen, wie Festivals wieder ihren Betrieb aufnehmen können." Und er befürchtet: "Wenn 21 nichts geht und 22 auch nicht, dann werden wir viele Festivals nicht mehr erleben".

"Insellösung" für Summerbreeze

Sollte ein Festival 2021 oder 22 kommen, wäre es sicher nicht wie 2019. Hammer bezeichnete es vielmehr als eine "Insellösung", bei der "alle, die sich in Sinnbronn einfinden letztendlich geimpft oder vorgetestet sind. Und es wird diesen Austausch mit der Altstadt, mit der Gastronomie, mit dem Handel nicht geben.“ Aber darum ginge es jetzt eigentlich auch nicht, vielmehr ginge es darum, das Festival zu retten.

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Das Metalfestival "Summer Breeze" in Dinkelsbühl (Lkr. Ansbach) soll in diesem Sommer stattfinden. Unter anderem sollen die Fans vor, während und nach dem Festival auf Corona-Infektionen getestet werden.

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