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Messerverbot: Trachtler gegen Waffengesetz-Änderung | BR24

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Der Bundesrat prüft derzeit ein weitreichendes Messerverbot an vielen öffentlichen Orten. Bayerische Trachtler wehren sich gegen eine Änderung des Waffengesetzes. Schließlich ist das Trachtenmesser für viele Bayern Tradition.

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Messerverbot: Trachtler gegen Waffengesetz-Änderung

Der Bundesrat prüft derzeit ein weitreichendes Messerverbot an vielen öffentlichen Orten. Bayerische Trachtler wehren sich gegen eine Änderung des Waffengesetzes. Schließlich ist das Trachtenmesser für viele Bayern Tradition.

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In Bayern gehört zu einem Trachtler ein Messer, genauso wie die Lederhos‘n und wie die Haferlschuah. Eine Bundesratsinitiative der Länder Niedersachsen und Bremen sieht jedoch ein Verbot für Messer mit einer Klinge von über sechs Zentimetern in der Öffentlichkeit vor, was bei bayerischen Trachtlern auf Ablehnung stößt. Entschieden ist noch nichts. Im Landtag machen CSU und Freie Wähler nun mit einem Antrag deutlich, dass sie gegen ein pauschales Messerverbot sind.

"Kriminalisierung von Alltagsgegenständen"

Von dem Messer-Trage-Verbot wären nicht nur Trachtenmesser, sondern auch Bortzeitmesser und Besteck im Biergarten betroffen, kritisieren CSU und Freie Wähler. Sie sprechen von einer "Kriminalisierung von Alltagsgegenständen". So steht es in ihrem Antrag, der heute im Innenausschuss des Landtags beraten wird. In dem Antrag lehnen CSU und Freie Wähler ein pauschales, deutschlandweites Trage-Verbot für größere Messer mit einer Klinge von mehr als sechs Zentimetern ab. Es darf nicht sein, dass man schon für die Brotzeit im Biergarten eine Ausnahmegenehmigung braucht, sagt Wolfgang Hauber von den Freien Wählern:

"Ich persönlich hab ein Brotzeitmesser. Das hat eine Klingenlänge von sieben Zentimeter. Das heißt, wenn das so umgesetzt würde, dann darf ich das Messer nicht mehr mitführen. Oder Probleme kann es auch geben in der Fußgängerzone, in einer Gaststätte. Die bieten ein Messer zum Pizza schneiden an. Darf das dann noch möglich sein oder nicht. Da muss man sehr differenziert drauf schauen." Wolfgang Hauber, Freie Wähler

Geplantes Verbot soll gefährliche Messerangriffe verhindern

Sinn mache ein Messer-Trage-Verbot nur dort, wo es auch kontrolliert werden könne. Zum Beispiel im Fußballstadion. Dafür solle sich die Staatsregierung im Bundesrat einsetzen.

Auch die AfD-Fraktion hat einen entsprechenden Antrag in den Landtag eingebracht. Darin kritisiert sie: Ein Messer-Trageverbot würde "die Rechte und das Freiheitsgefühl von unbescholtenen Bürgern erheblich beschneiden". Das Sicherheitsgefühl oder die Sicherheit könne ein Messerverbot aber nicht verbessern, ist sich die AfD-Fraktion sicher.

Genau das soll der Vorstoß der Länder Bremen und Niedersachsen aber bewirken. In der Gesetzesinitiative heißt es, Messerangriffe seien besonders gefährlich und würden weiterhin in hoher Zahl verübt. Dagegen wolle man mit einem Trageverbot von Messern über sechs Zentimetern Klingenlänge vorgehen. Derzeit sind Messer bis zwölf Zentimeter in der Öffentlichkeit erlaubt.