© BR/Christine Haberlander

Angeklagter (re.) sitzt mit einem Dolmetscher (li.) im Gericht.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor fünf Jahre Haft wegen versuchten Mordes gefordert. Die Verteidigung wollte drei Jahre Haft wegen gefährlicher Körperverletzung.

Angeklagter war alkoholisiert

In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende Richter Erich Fuchs aus, dass der Angeklagte in der Tatnacht eine depressive Verstimmung hatte, unzufrieden und enttäuscht war mit seinem bisherigen Leben in Deutschland. Zudem sei er nicht unerheblich mit 1,13 Promille alkoholisiert gewesen. Seine Wut und Aggression, gepaart mit Alkohol hätten sich auf eine unbeteiligte Person, die 16-jährigen Schülerin, entladen.

Annäherungsversuche in Rosenheimer Disco

Der mutmaßliche Täter und sein Opfer kannten sich nicht. Der 29 Jahre alte Eriträer hatte das Mädchen im März diesen Jahres in der Rosenheimer Disco "Gatsby" gesehen und angetanzt. Die 16-Jährige ging nicht auf seine Annäherungsversuche ein. Daraufhin packte er sie auf der Tanzfläche, zog ein Messer und stach ihr in den Oberkörper. Andere Disco-Besucher konnten den Angreifer von der Jugendlichen trennen. Das Mädchen musste im Krankenhaus ambulant versorgt werden.

Brief mit Entschuldigung

Der Angeklagte hatte die Tat zwar nicht im Prozess, aber in einem Brief an das Mädchen zugegeben und sich dafür entschuldigt. Die Nebenklagevertreterin betonte, dass ihre Mandantin, die 16-jährige Schülerin wolle, dass der Angeklagte nicht übermäßig lange in Haft solle. Sie betrachte sich selbst als Zufallsopfer und sei froh, dass nicht mehr passiert sei.