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Messerstecher-Prozess: Verteidigung fordert maximal 15 Jahre | BR24

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Im Prozess um die Messerattacken im Nürnberger Stadtteil St. Johannis haben die Ankläger eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten fordert, die Verteidigung findet eine Haftstrafe von maximal 15 Jahren angemessen.

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Messerstecher-Prozess: Verteidigung fordert maximal 15 Jahre

Im Prozess um die Messerattacken im Nürnberger Stadtteil St. Johannis hat nun auch die Verteidigung ihr Plädoyer gehalten. Die Anwälte des heute 39-jährigen Angeklagten forderten dabei, eine Haftstrafe auf maximal 15 Jahre zu begrenzen.

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Nach Ansicht der Verteidigung habe der Angeklagte bei den Messerattacken im Nürnberger Stadtteil St. Johannis nicht in allen Fällen in Tötungsabsicht gehandelt. Die Anwälte halten deshalb eine lebenslange Freiheitsstrafe für nicht angemessen. Der Angeklagte habe eine Menge Schuld auf sich geladen, das stehe außer Frage. Dennoch sei eine zeitlich begrenzte Strafe schuldangemessen, argumentierte einer der Anwälte des heute 39-Jährigen in seinem Schlusswort am Landgericht Nürnberg-Fürth.

Verteidigung: Unterbringung in einer Entziehungsanstalt

Ein konkretes Strafmaß nannte die Verteidigung nicht. Eine zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe würde jedoch maximal 15 Jahre Haft bedeuten. Außerdem sprach sich die Verteidigung für die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt aus, da der Erfolg einer Therapie nicht auszuschließen sei.

Verteidigung: Angeklagter zeigte Scham und Reue

Nach Überzeugung der Anwälte handelte es sich lediglich bei einer der drei Attacken um eine versuchte Tötung. Bei einem weiteren Angriff sei der Angeklagte vom Versuch zurückgetreten. Den dritten Angriff werteten die Anwälte nur als gefährliche Körperverletzung. Auch, dass ihr Mandant freiwillig und von sich aus bei der Polizei eine Aussage gemacht habe, zeige, dass er nicht vorsätzlich gehandelt habe. Seine Entschuldigung und sein zu Boden gerichteter Blick im Gerichtssaal seien Zeichen der Scham und der Reue.

Anklage fordert lebenslänglich und Sicherungsverwahrung

Am Vormittag hatten Staatsanwaltschaft und Nebenklage eine lebenslängliche Freiheitsstrafe, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld und die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung gefordert. Vor allem weil der Mann in dem Prozess keine Angaben zu seinem Motiv machte, würdigten Staatsanwalt und Nebenklage seine Aussage nur als Teilgeständnis. Seine Entschuldigung sei nur ein Lippenbekenntnis und ein Zeichen des Selbstmitleids, so Nebenklage-Anwalt Maximilian Bär. Einen Zusammenhang mit Drogen oder Alkohol sahen Staatsanwaltschaft und Nebenklage bei der Tat nicht. Daher sprachen sie sich in ihren Schlussworten gegen eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt aus. Mit dem Urteil wird morgen gerechnet.