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Messerstecher-Prozess: Verdächtiger hat "keinen Hass auf Frauen" | BR24

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Der Fall hat bundesweit für Aufsehen gesorgt: Im Dezember 2018 wurden drei Frauen im Nürnberger Stadtteil St. Johannis mit einem Messer angegriffen und verletzt. Nun steht der mutmaßliche Täter in Nürnberg vor Gericht.

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Messerstecher-Prozess: Verdächtiger hat "keinen Hass auf Frauen"

Der 39-jährige Mann, der im vergangenen Dezember drei Frauen in Nürnberg niedergestochen haben soll, kann sich die Attacken selbst nicht erklären. Hass auf Frauen sei nicht der Grund gewesen, sagte er zum Prozessauftakt am Landgericht Nürnberg-Fürth.

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Der 39 Jahre alte Mann, der im Dezember 2018 drei Frauen im Nürnberger Stadtteil St. Johannis mit einem Messer niedergestochen und schwerst verletzt haben soll, kann sich die Attacken auf die drei Frauen nach eigener Aussage selbst nicht erklären. Zum Prozessauftakt am Landgericht Nürnberg-Fürth entschuldigte sich der Mann bei den Opfern: "Es tut mir unheimlich leid", so der Angeklagte.

Mit erstickter Stimmte erklärte er weiter, er könne die Tat nicht verstehen. Weitere Angaben machte er nicht. Über seinen Anwalt ließ er die Tat an sich einräumen. Weiter verwies der Verteidiger auf die Videoaufzeichnung einer polizeilichen Vernehmung, die im weiteren Verlauf gezeigt wurde: Darin betonte der Mann, er habe keinen Hass auf Frauen.

Obdachloser wollte zunächst Überfall begehen

Seinen Ausführungen zufolge war der Obdachlose zunächst in einer Wärmestube am Hauptbahnhof und dann zu Fuß in Nürnberg unterwegs. Unter anderem wurde er am Nachmittag in einer Supermarkt-Filiale am Plärrer erwischt, als er versuchte, Schnaps und ein Messer zu klauen. Deshalb habe die Polizei seine Personalien festgestellt.

Direkt im Anschluss habe er dann in einem nahe gelegenen Geschäft das spätere Tatmesser gestohlen – allerdings nicht, um jemanden zu verletzten, sondern um einen Überfall begehen zu können. "Nur Kasse, ich wollte niemandem wehtun", so der Angeklagte in der Vernehmung wörtlich. Als ihm dann die erste Frau entgegen kam, sei es "einfach passiert" und er habe der Unbekannten das Messer in den Körper gerammt.

Angeklagter bereut die Tat

Weiter schilderte der Mann in der polizeilichen Vernehmung, dass er vor den Angriffen größere Mengen Alkohol getrunken habe. Für gewöhnlich tue er das nicht. Aber auch für dieses Verhalten lieferte der Mann bei der Polizei zunächst keine Erklärung. Er könne sich nicht erklären, wie es dazu gekommen sei und würde die Taten gerne rückgängig machen, wiederholte der Mann mehrfach unter Tränen. Er bereue die Tat zutiefst und sei es den drei Frauen schuldig, diese Aussage zu machen. In dem Prozess sollen am Nachmittag die ersten Zeugen gehört werden.