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Messerstecher-Prozess: Anklage fordert lebenslänglich | BR24

© BR/Andreas Heinicke

Landgericht Nürnberg-Fürth: Der Angeklagte im Messerstecher-Prozess und sein Verteidiger vor der Vekündung der Plädoyers.

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    Messerstecher-Prozess: Anklage fordert lebenslänglich

    Im Prozess um die Messerattacken in Nürnberg St. Johannis haben Staatsanwaltschaft und Nebenklage eine lebenslängliche Haftstrafe, die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld sowie die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung gefordert.

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    Im Prozess am Landgericht Nürnberg-Fürth um die Messerattacken im Nürnberger Stadtteil St. Johannis forderte die Staatsanwaltschaft also die Maximalstrafe, die das deutsche Strafrecht zu bieten hat. Auch die Nebenklage forderte lebenslänglich wegen dreifachen versuchten Mordes.

    Staatsanwalt erkennt heimtückisches Handeln

    Der 39 Jahre alte Mann habe sich am Tattag entschieden, Menschen zu verletzen und den Tod der drei Frauen zumindest billigend in Kauf genommen. Keines der drei Opfer habe mit einem Angriff gerechnet. Das habe der Angeklagte erkannt und ausgenutzt, betonte der Staatsanwalt, der daher das Mordmerkmal der Heimtücke als gegeben ansieht. Ohne ärztliche Hilfe hätten die drei Frauen nicht überlebt.

    Verurteilung wegen dreifachen versuchten Mordes gefordert

    Der Mann habe einen Hang zu erheblichen Straftaten und sei für die Allgemeinheit gefährlich. Da nicht absehbar sei, ob der 39-Jährige jemals ungefährlich werde, sei die Sicherungsverwahrung anzuordnen, so der Anklagevertreter. Die Staatsanwaltschaft fordert insgesamt eine Verurteilung wegen dreifachen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie wegen Diebstahls mit Waffen: Noch vor den Angriffen von St. Johannis wurde der Mann in einem Geschäft am Plärrer beim Diebstahl einer Flasche Schnaps und eines Messers erwischt. Nach der Vernehmung durch die Polizei habe er dann die Tatwaffe gestohlen, führte der Staatsanwalt aus.

    Nebenklage sieht Entschuldigung als Lippenbekenntnis

    Auch die Nebenklage forderte eine lebenslängliche Haftstrafe. Insbesondere weil der Mann in dem Prozess keine Angaben zu seinem Motiv gemacht hat, würdigten Staatsanwalt und Nebenklage seine Einlassung nur als Teilgeständnis. Seine Entschuldigung sei nur ein Lippenbekenntnis und ein Zeichen des Selbstmitleids, so Nebenklage-Anwalt Maximilian Bär.

    Einen Zusammenhang mit Drogen oder Alkohol sahen Staatsanwaltschaft und Nebenklage bei der Tat nicht. Daher sprachen sie sich in ihren Schlussworten gegen eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt aus. Mit einem Urteil wird morgen gerechnet.