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Bildrechte: Carolin Hasenauer BR

Vor gut zwei Wochen hat ein 24-Jähriger in einem Kaufhaus in Würzburg drei Frauen getötet. Nun hat das Geschäft wieder geöffnet. Die Blumen und Kerzen zum Gedenken an die Opfer wurden geräumt. Für die Kunden fühlte sich der Einkauf noch seltsam an.

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Würzburg nach Messerangriff: "Es kostet Überwindung"

Vor gut zwei Wochen hat ein 24-Jähriger in einem Kaufhaus in Würzburg drei Frauen getötet. Nun hat das Geschäft wieder geöffnet. Die Blumen und Kerzen zum Gedenken an die Opfer wurden geräumt. Für die Kunden fühlte sich der Einkauf noch seltsam an.

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Von
  • Carolin Hasenauer
  • BR24 Redaktion

Mit Dampfstrahler und Bunsenbrenner haben Mitarbeiter der Stadtreinigung heute Morgen den Gehweg am Tatort des Messerangriffs in Würzburg von Wachsresten befreit - sichtbar werden die Flecken wohl noch eine Weile bleiben und an den temporären Gedenkort erinnern. Nach dem Messerangriff hatten viele Bürgerinnen und Bürger am Tatort am Barbarossaplatz Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt, um an die Opfer des Verbrechens vom 25. Juni zu erinnern. Das Kaufhaus, in dem ein 24-Jähriger am 25. Juni drei Frauen getötet hatte, ist wieder geöffnet.

Kundschaft kommt, wenn auch zögerlich

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Kaufhauses entfernten kurz vor der Wiedereröffnung um 9 Uhr die große weiße Folie, die die Glastüren zur Straße hin abschirmten. Was hängen bleibt: Das Plakat, auf dem die Kaufhaus-Leitung ihr Mitgefühl für die Opfer und den Rettungskräften ihren Dank ausspricht.

Die ersten Kundinnen kamen eher zögerlich zum Kaufhaus-Eingang, einige fragten den Security-Mitarbeiter, ob denn wirklich wieder geöffnet sei. "Es kostet schon Überwindung", meinte eine Kundin. "Man hat ein schlechtes Gefühl. Ich schau mich schon die ganze Zeit um. Also man hat schon eine gewisse Angst." Und eine andere: "Drinnen ist es irgendwie beklemmend. Aber ich denke es muss weitergehen."

Oberbürgermeister von Würzburg: "Zeichen der Solidarität"

Obermeister Christian Schuchardt hatte vor der Wiederöffnung des Kaufhauses das Mitgefühl der Bürger gelobt: "Fürs Erste darf ich allen danken, die mit Ihrem Beitrag, einer Blume oder Kerze oder einem Brief Ihre Trauer und Anteilnahme ausgedrückt haben. Im Gesamtbild ist das Blumen- und Kerzenmeer auch zu einem Zeichen der Solidarität unserer mitfühlenden Stadtgesellschaft geworden".

Dauerhafter Erinnerungsort noch offen

Bereits am Freitag hat die Stadt abgebrannte Lichter und verwelkte Blumen entfernt und den temporären Erinnerungsort im öffentlichen Raum noch einmal neu arrangiert. Oberbürgermeister Schuchardt kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Prognose für einen festen Erinnerungsort für die Opfer der Messerattacke geben: "Wir werden uns noch darüber beraten, in welcher Gestalt wir uns dauerhaft an diesen traurigen Tag in unserer Stadtgeschichte erinnern wollen."

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