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Messerattacke in München: Tatverdächtiger ist polizeibekannt | BR24

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Nach dem Messerangriff auf einen Polizisten in München laufen die Ermittlungen. Ein Polizist wurde bei der Attacke schwer verletzt.

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Messerattacke in München: Tatverdächtiger ist polizeibekannt

Der Mann, der am Münchner Hauptbahnhof einen Polizisten niederstach, ist polizeibekannt. Der Beamte liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Heute gibt die Polizei weitere Details bekannt.

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Bei einer Polizeikontrolle in München hat ein Unbeteiligter einen Beamten von hinten mit einem Messer niedergestochen. Der Tatverdächtige wurde festgenommen, er ist nach Angaben des Innenministers wegen Verhaltensauffälligkeiten polizeibekannt. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte nach einer Kabinettssitzung in München, der Mann habe schon in der Vergangenheit psychische Probleme gehabt und habe bereits einen "massiven" Selbstmordversuch mit einem Kraftfahrzeug unternommen. Bisher sei keine Fremdgefahr von ihm ausgegangen. Er sei aber wegen Drogen und Betäubungsmitteln auffällig gewesen. Zwischen dem Mann und dem Polizisten gebe es "keinerlei Bezug".

Heute um 15 Uhr will die Münchner Polizei neue Ermittlungsergebnisse bekanntgeben. BR24 berichtet live.

Messer im Körper des Polizisten abgebrochen

Gegen 6 Uhr 30 hatten zwei Streifenbeamte im Sperrengeschoss des Hauptbahnhofs routinemäßig einen Mann kontrolliert. In diesem Moment stach ein 23-jähriger Münchner unvermittelt mit einem Messer von hinten auf einen der beiden Polizisten ein. Der Täter verletzte den 30-jährigen Polizeiobermeister im Schulter- und Nackenbereich oberhalb der Schutzweste. Hierbei brach die Klinge ab und blieb etwa acht Zentimeter tief im Körper stecken, so ein Polizeisprecher.

Derzeit keine Lebensgefahr nach Messerattacke

Der Polizist kam mit dieser schweren Verletzung in ein Krankenhaus und wurde operiert. Die Verletzungen des Opfers seien "schwerwiegend", aber nach gegenwärtigem Stand nicht lebensgefährlich, gab die Polizei am Mittag bekannt.

Der Täter wurde noch vor Ort von Passanten überwältigt. Innenminister Herrmann sagte vor einer CSU-Vorstandssitzung, der Tatverdächtige sei polizeibekannt gewesen. Dabei handle es sich aber um Verhaltensauffälligkeiten und nicht unbedingt um Straftaten, so ein Polizeisprecher.

Keine Hinweise auf eine ideologisch motivierte Tat

Das Motiv für die Gewalttat des Münchners ist bislang nicht bekannt. Hinweise auf einen ideologischen Hintergrund der Tat gab es zunächst nicht, wie der Pressesprecher weiter mitteilte.

Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä zeigte sich erschüttert und sprach von einem "feigen, brutalen und hinterhältigen" Angriff. "Leider werden immer wieder Polizeibeamte und Rettungskräfte beleidigt, bedroht und angegriffen. Der Rechtsstaat muss daher mit aller Härte und Konsequenz nicht nur auf die Taten, sondern bereits auch auf Bedrohungen reagieren", sagte Andrä.

Zeuge meldet sich

Mittlerweile hat sich auch die kontrollierte Person bei der Polizei gemeldet. Von dem Zeugen erwarten sich die Ermittler Aussagen zum Tathergang, weil er den Beamten gegenüberstand, als der inzwischen festgenommene Tatverdächtige von hinten auf den 30-jährigen Polizeiobermeister einstach.

Eine Verbindung zwischen dem 23-jährigen Angreifer und dem kontrollierten Mann, der sich laut Polizei nichts hat zuschulden kommen lassen, sondern nur routinemäßig überprüft wurde, gibt es nach jetzigem Kenntnisstand nicht.

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Nach der Messerattacke auf einen Polizeibeamten am Münchner Hauptbahnhof hat Innenminister Herrmann mitgeteilt, dass der Tatverdächtige bereits polizeibekannt sei. Der niedergestochene Beamte liegt schwer verletzt im Krankenhaus.