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Messerangriffe von Nürnberg: Verdächtiger hat 18 Vorstrafen | BR24

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Der nach Messerattacken auf drei Frauen in Nürnberg gefasste Tatverdächtige ist bereits vielfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Der 38-Jährige schweigt bisher zu den Vorwürfen.

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Messerangriffe von Nürnberg: Verdächtiger hat 18 Vorstrafen

Der Mann, der am Donnerstag in Nürnberg auf drei Frauen eingestochen haben soll, ist ein 38-jähriger Thüringer. Es besteht der dringende Tatverdacht des versuchten Mordes in drei Fällen. Der Obdachlose hat 18 Vorstrafen - auch wegen Vergewaltigung.

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Ein DNA-Vergleich hatte zum schnellen Erfolg geführt. So habe man DNA-Spuren der Opfer am gefundenen Messer entdeckt, sagte der mittelfränkische Polizeipräsident Roman Fertinger auf einer Pressekonferenz in Nürnberg. Der mutmaßliche Täter, der festgenommen wurde, ist ein 38-Jähriger mit deutscher Staatsangehörigkeit, er hat in Deutschland keinen festen Wohnsitz. Polizeipräsident Robert Fertinger gab klare Entwarnung: "Für uns ist es der Täter." Der Verdächtige äußerte sich bisher nicht zu den Vorwürfen nicht.

Viele Hinweise aus der Bevölkerung

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zeigte sich auf der Pressekonferenz sehr erfreut über den raschen Fahndungserfolg, aber auch entsetzt über die brutale Messerattacke. Es gab zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung. Zwei Beamte nahmen den Tatverdächtigen am Freitagmorgen um 9.49 Uhr fest.

Kurz vor der Tat bei Messer-Diebstahl erwischt

Schon am Donnerstag war er wegen Ladendiebstahls festgenommen worden. Er hatte ein Käsemesser im Wert von 4.88 Euro geklaut. Das war zwei Stunden vor der ersten Tat. Nach "erfolgter Sachbehandlung" - er hatte einen gültigen Ausweis - wurde er aber wieder auf freien Fuß gesetzt, wie Oberstaatsanwältin Antje Gabriels-Gorsolke erklärte. Gegen 19.20 Uhr soll er auf das erste Opfer eingestochen haben. Am nächsten Morgen dann wurden zwei Streifenbeamte auf ihn aufmerksam und nahmen ihn erneut fest. Die Täterbeschreibung passte.

Laut BR-Polizeiexperte Oliver Bendixen bleiben Fragen offen: "Ein Blick in sein langes Vorstrafenregister bei der ersten Festnahme hätte zumindest zu weiteren Nachforschungen führen können." Andererseits rechtfertige ein Diebstahl von unter zehn Euro nicht unbedingt, einen Antrag auf Haftbefehl anzustrengen, so Bendixens Einschätzung.

Motiv unklar

Am Samstagabend habe sich dann der dringende Tatverdacht erhärtet, als das Ergebnis eines DNA-Vergleichs übermittelt worden war. Thilo Bachmann, Leiter des Kriminaldienstes, sagte zur DNA-Analyse: "Wir haben Opfer-DNA an der sichergestellten Tatwaffe gefunden." Über das Motiv herrscht weiter Unklarheit.

Mutmaßlicher Täter hat viele Vorstrafen

Der Verdächtige befindet sich in Untersuchungshaft. Er war eine Woche in der Region in Nürnberg unterwegs, so Bachmann. Es besteht der dringende Tatverdacht des versuchten Mordes, erklärte Oberstaatsanwältin Gabriels-Gorsolke. Die Staatsanwaltschaft wird einen Haftantrag beantragen. Er habe schon 18 Vorverurteilungen im Bundeszentralregister, so Gabriels-Gorsolke. Es sei ein "Spaziergang durchs Strafgesetzbuch". Darunter seien eine Vergewaltigung, Raubdelikte, Diebstahl und Betrug. Nach Angaben von Innenminister Herrmann ist der Täter gebürtig aus Thüringen.

Opfer mussten notoperiert werden

Der mutmaßliche Täter hatte am Donnerstag nach Angaben der Polizei im Stadtteil St. Johannis zunächst einer 56-jährigen Frau unvermittelt in den Oberkörper gestochen. Gegen 22.45 Uhr stach er dann ebenfalls ohne jegliche Vorwarnung auf eine 26-Jährige ein, die sich auf dem Heimweg befand. Kurz darauf wurde eine 34-Jährige angegriffen. Die 26-Jährige und die 34-Jährige erlitten lebensgefährliche Verletzungen, konnten aber ebenfalls durch Notoperationen gerettet werden. Die drei Frauen konnten inzwischen nach Angaben der Polizei befragt werden.

Weiter Zeugen gesucht

Dennoch sucht die Polizei nach wie vor Zeugen. Sie gab dazu eine präzisierte Beschreibung des Verdächtigen heraus: der 38-Jährige habe eine normale Figur und sei 1,72 Meter groß. Er habe kurze blonde Haare mit Geheimratsecken. Bekleidet war er mit einer dunklenblauen Wendejacke, die innen beige ist. Darunter trug er eine graue Jacke und einen grünen Kapuzenpulli, außerdem eine beige Hose.

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Nach der Messerattacke auf drei Frauen in Nürnberg sind die Ermittler überzeugt, dass der festgenommene Verdächtige der Täter ist. Gegen den Mann wird wegen versuchten Mordes ermittelt. In Nürnberg kehrt wieder Ruhe ein, meint BR-Reporterin Schulze.