BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Mesale Tolu kritisiert Ditib-Imame und Merkels Flüchtlingsdeal | BR24

© picture alliance / AP Phot

Archivbild: Mesale Tolu im BR-Interview

4
Per Mail sharen
Teilen

    Mesale Tolu kritisiert Ditib-Imame und Merkels Flüchtlingsdeal

    Ditib-Imame würden im Auftrag der Türkei denunzieren und mobilisieren: Die Neu-Ulmer Journalistin Mesale Tolu hat den Moscheen-Dachverband bei einem Podiumsgespräch in Augsburg kritisiert - ebenso wie Merkels Flüchtlingsdeal mit der Türkei.

    4
    Per Mail sharen
    Teilen

    "Wir wissen, dass viele Gelder nicht an die Flüchtlinge weitergegeben wurden", sagte Tolu zum Flüchtlingsdeal mit der Türkei. Stattdessen würden die Milliardenhilfen der EU die Türkei wirtschaftlich stärken. Viele syrische Flüchtlinge würden in der Türkei auf der Straße leben und betteln und hätten noch nie in einem Lager gewohnt. Kinder hätten keine Bildung erhalten.

    Tolu attackiert Ditib-Imame

    Zudem kritisierte Tolu den Ditib-Dachverband in Deutschland. Deren Moscheen und Imame seien ein verlängerter Arm der AKP-Regierung und würden in deren Auftrag Mobilisierungsarbeit betreiben. Man dürfe nicht wegschauen und alles erlauben. Imame würden auch Denunziations-Arbeit betreiben, das verstoße gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung.

    "Meine Freilassung war politisch motiviert"

    Angesprochen auf ihre Haft in der Türkei sagte Tolu: "Meine Inhaftierung war politisch motiviert und meine Freilassung war politisch motiviert." Sie könne sich vorstellen, dass Erdogan Deutschland schmeicheln wollte, indem sie freigelassen wurde. An der Lage in der Türkei habe sich aber nichts verbessert.

    "Deutschland ist meine Heimat"

    Deswegen sollte Deutschland bei Verhandlungen mit der Türkei immer die Frage der Menschenrechte in den Vordergrund stellen und nicht die wirtschaftlichen Beziehungen. Deutschland habe die Verantwortung, dass seine Partnerländer demokratisch seien. "Deutschland ist meine Heimat, das ist mein Land“, erklärte Tolu, die deutsche Staatsbürgerin ist.

    Das sagt Tolu zu einer EU-Mitgliedschaft der Türkei

    Zur Frage einer möglichen EU-Mitgliedschaft der Türkei sagte Tolu, man dürfe dem Land nicht vollkommen den Rücken zuwenden. Wegen der Bevölkerung sollte man mit der Türkei im Gespräch bleiben. In der Türkei gebe es "eine Schreckensherrschaft". Inzwischen sei die breite Masse der Bevölkerung bedroht, wenngleich man erwähnen müsse, dass noch immer rund 50 Prozent der Wähler die regierende AKP unterstützen würden.

    Tolu kündigte an, dass noch in diesem Jahr ein Buch über ihre Erlebnisse erscheinen werde.