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Merkel in Deggendorf: Ehrenamtliche mit Fragen und Wünschen | BR24

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Angela Merkel ist heute in Deggendorf bei der Veranstaltung "Ehrenamt im Dialog" zu Besuch. Rund 2.500 Gäste werden erwartet.

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Merkel in Deggendorf: Ehrenamtliche mit Fragen und Wünschen

Die Stimmung vor dem Besuch der Bundeskanzlerin Angela Merkel in Deggendorf ist positiv, vereinzelt gibt es Kritik. Die Ehrenamtlichen beschäftigen viele Fragen von Bürokratie über Verantwortung bis hin zu Gewalt gegen Rettungskräfte.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel in Deggendorf zu Besuch ist. Am 6. Oktober 2008 beispielsweise war sie an der Technischen Hochschule zu Gast. Heute aber steht das Ehrenamt im Mittelpunkt ihres Besuchs - bei der Veranstaltung "Ehrenamt im Dialog" werden rund 2.500 ehrenamtlich Tätige aus dem Landkreis erwartet.

Deggendorfer freuen sich auf Merkel-Besuch - vereinzelt Kritik

Die Stimmung vor Merkels Besuch in Deggendorf ist gut – viele Bürger sehen den Besuch von Merkel positiv und hoffen, dass die Kanzlerin den Ehrenamtlichen zuhört und sich ihrer Sorgen annimmt: "Ehrenamt ist wichtig für unser Land", sagt eine befragte Bürgerin. Ein Bürger meint: "Von einer Bundeskanzlerin kann man erwarten, dass sie sich einmal nach Niederbayern verirrt - hier leben auch genau so viele gute und brave Menschen wie im Rest der Republik." Ehrenamt sei eines der wichtigsten Dinge, die wir haben, und es wert, dass man ihm Wertschätzung entgegenbringt, so ein weiterer Bürger.

Doch es gibt auch kritische Stimmen: "Ich habe noch nicht von ihr gehört, dass sie das Ehrenamt wertschätzt", so ein befragter Bürger. "Ich gehe nicht hin, weil es nichts bringt", meint ein anderer. "Dass wir unsere Belange vorbringen können, ist gut - aber wer weiß, ob man so nah hinkommt. Gerade bei so prominenten Leuten ist es für den kleinen Bürger eine schwierige Sache, dass wir überhaupt zu Wort kommen", zweifelt ein weiterer.

Themen: Senioren- und Vereinsarbeit und Gewalt gegen Rettungskräfte

Die Themen, die die Ehrenamtlichen hier im Landkreis bewegen, sind unter anderem die sinkende Bereitwilligkeit, sich in einem Verein zu engagieren, wie ein Vereinsmitglied des historischen Eisenbahnvereins in Plattling dem Bayerischen Rundfunk sagte. Vom Seniorenbeirat in Deggendorf werde mehr Zuwendung vom Staat für die Senioren gefordert und die Malteser in Deggendorf wünschen sich mehr Unterstützung, "dass man nicht mehr angepöbelt wird", wie Ulrich Weniger von den Maltesern in Deggendorf sagt.

Vor knapp einem Jahr hat sich deswegen auch das Aktionsbündnis "Lass retten" in Niederbayern gegründet, das gegen die zunehmende Gewalt gegenüber Rettungs- und Einsatzkräften kämpft. Mit dabei sind die Gewerkschaft der Polizei, der Bezirksfeuerwehrverband, das Bayerische Rote Kreuz und die Malteser.

Fragen von Ehrenamtlichen: Rente, Verantwortung und Bürokratie

Auch Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter und Oberbürgermeister Christian Moser (CSU) sind die Belange der Ehrenamtlichen bekannt. Vor dem Besuch der Bundeskanzlerin haben auch sie sich ein Stimmungsbild und Fragen von Ehrenamtlichen eingeholt, um zu wissen, was sie bewegt. So beschäftigt die Ehrenamtliche die Frage, ob sich ehrenamtliches Engagement in der Rente niederschlagen könnte, die zunehmende Verantwortung für Vereinsvorsitzende sowie die bürokratischen Hürden für das Vereinswesen durch die Datenschutz-Grundverordnung.

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