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Im Ankerzentrum in Bamberg sind 75 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. 160 weitere Personen befinden sich in Quarantäne.

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    "Menschenunwürdig": Viele Corona-Fälle in Bamberger Ankerzentrum

    Im Ankerzentrum in Bamberg hat sich das Virus schnell verbreitet. Mehr als 200 Bewohner sind in Quarantäne. Der Bayerische Flüchtlingsrat bezeichnet die Situation als menschenunwürdig, die Regierung weist Kritik zurück und appelliert an die Bewohner.

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    Von
    • BR24 Redaktion

    Kaum Abstand, keine Masken, wenig Informationen: Die Kritik am Umgang mit der Pandemie in bayerischen Ankerzentren, also den Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge, reißt nicht ab. In derlei Massenunterkünften könne sich nicht ausreichend vor einer Infektion geschützt werden, erklärt der Bayerische Flüchtlingsrat. Die Lager würden eine große Gefahr darstellen und müssten dringend geschlossen werden.

    Menschenunwürdige Zustände im Bamberger Ankerzentrum

    Besonders schlimm sei die Lage gerade in Bamberg: Nach einem Corona-Ausbruch in der dortigen Unterkunft seien die Zustände "menschenunwürdig", schilderte Pfarrerin Mirjam Elsel, Koordinatorin der Flüchtlingsarbeit im Dekanat Bamberg und Mitorganisatorin der Bamberger Mahnwachen Asyl.

    "So kann man in unserem reichen Land nicht mit Menschen umgehen." Mirjam Elsel, Pfarrerin, Bamberg

    Tatsächlich verbreitete sich das Virus im Bamberger Ankerzentrum rasant. Nach Angaben der Regierung von Oberfranken gelten derzeit 75 Bewohner als infiziert, mehr als 160 harrten als Kontaktpersonen in Quarantäne aus. Ende Januar war nach einer Reihentestung unter 900 Bewohnern von 55 Corona-Infizierten die Rede.

    Es fehlt an Klopapier, Masken und Putzmitteln

    Doch selbst dort würden die Betroffenen auf engstem Raum zusammenleben, heißt es in der Pressemitteilung der Bamberger Mahnwachen Asyl. Es fehle an Klopapier, Masken, Desinfektions- und Putzmitteln. Bei der Essenausgabe über einen Bauzaun hinweg stünden die Menschen teilweise dicht gedrängt. Die Angst sei groß, das Misstrauen untereinander wachse, die Menschen fühlten sich völlig alleine gelassen und seien verzweifelt, heißt es.

    Regierung von Oberfranken weist Vorwürfe zurück

    Die Regierung von Oberfranken, die das Bamberger Ankerzentrum betreibt, weist die Vorwürfe zurück. Zwar könne aus Kapazitätsgründen nicht jede Person ein eigenes Zimmer bekommen, bei einer Unterbringung in Drei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen mit bis zu 110 Quadratmetern Größe könnten die Bewohner aber Abstand zueinander einhalten, so eine Sprecherin.

    Regierung appelliert an die Verantwortung der Flüchtlinge

    Weil so viele plötzlich in Quarantäne mussten, seien zwei Gebäude kurzfristig umgerüstet worden. Dort hätten nicht gleich alle Hygieneartikel bereit gelegen, erklärte die Regierungssprecherin. Sie würden aber derzeit ausgegeben. Und die Abstände bei der Essensausgabe und die Reinigung der Zimmer liege schließlich auch in der Verantwortung der Bewohner, heißt es.

    Der Wortteil "Anker" ist aus den Anfangsbuchstaben der Wörter An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung) zusammengesetzt. Diese Aufgaben sollen Ankerzentren erfüllen.

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