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Menschen aus dem evakuierten Raiten können vorerst nicht zurück | BR24

© Anton Rauch/BR

Nach den heftigen Schneefällen normalisiert sich die Lage in den Alpenregionen von Bayern und Österreich. Die Lawinengefahr ist an vielen Orten gesunken. Allerdings gilt teils weiter der Katastrophenfall - und nicht jeder kann schon nach Hause.

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Menschen aus dem evakuierten Raiten können vorerst nicht zurück

Nach den heftigen Schneefällen normalisiert sich die Lage in den Alpenregionen von Bayern und Österreich. Die Lawinengefahr ist an vielen Orten gesunken. Allerdings gilt teils weiter der Katastrophenfall - und nicht jeder kann schon nach Hause.

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Auch wenn es zuletzt nicht mehr viel geschneit hat - die Lawinengefahr ist noch nicht vorüber. Die Experten der Lawinenkommission beobachten den Schnee auf den Hängen über den Ortschaften und manchmal treffen sie unangenehmen Maßnahmen. So mussten im Landkreis Traunstein rund 240 Menschen aus Raiten, einem bedrohten Ortsteil von Schleching, die Nacht bei Verwandten, Freunden oder in Notunterkünften verbringen.

Ein Sprecher des Katastrophenschutzes im Landkreis Traunstein sagte am frühen Morgen, es sei völlig ungewiss, ob die Menschen aus Raiten heute noch zurückkehren können. Nach den Menschen wurden nach Angaben des Landratsamtes Traunstein inzwischen auch die Tiere aus dem Gefahrenbereich gebracht: 80 Rinder, fünf Ziegen, ein Schaf, ein Pferd und ein Hase.

Lawinengefahr bei Hubschrauberflug entdeckt

Der Lawinenkommission und den Verantwortlichen im Landratsamt erschien die Räumung gestern Nachmittag geboten. Durch Risse im Schneehang über dem Ortsteil bestand Gefahr für Leib und Leben der Bürger - das war das Ergebnis des Hubschrauberüberflugs. Weil bereits vor zehn Jahren eine Lawine den Wald am Hang dort weggerissen hatte, liegt der Ort schutzlos. Die Bewohner der gefährdeten Häuser konnten gerade noch warme Kleidung, wichtige Dokumente und Medikamente mitnehmen, als sie abgeholt wurden.

In der Nähe des Skigebiets am Sudelfeld im Landkreis Miesbach ist am Abend eine Lawine niedergegangen. Verletzte gab es keine, aber eine Zufahrtsstraße ist vorerst gesperrt.

Einzelne Züge im Oberland fahren wieder

Der Bahnverkehr hingegen rollt langsam wieder, auch wenn noch einige Strecken gesperrt sind. Wegen des massiven Schneefalls war etwa die Strecke Bad Reichenhall - Berchtesgaden lange unterbrochen - sie ist gestern Abend wieder in Betrieb genommen worden. Ab dem Nachmittag soll auch der Zugverkehr zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald wieder laufen. Zwischen Kempten und Reute ist die Strecke auch frei, aber ein Zug ist heute früh liegengeblieben. Grund sei eine Fahrzeugstörung, sagte eine Bahnsprecherin.

Die Oberlandbahn lässt ihre Züge ebenfalls fahren, außer auf der Strecke Schliersee - Bayrischzell. Da kann die Bahn immer noch keine Vorhersage machen, wann die Schienen geräumt sind und ein sicherer Verkehr möglich ist. Zwischen München und Lenggries ist ein Pendelverkehr eingerichtet.

Auch Waldbahn nimmt Betrieb auf

Im Bayerischen Wald fährt die Waldbahn seit dem Vormittag wieder zwischen Zwiesel und Grafenau sowie Deggendorf. Ab morgen sollen nach Angaben der Betreiber auch wieder Züge zwischen Zwiesel und Bodenmais rollen. Wann genau die Strecke Richtung Bayerisch Eisenstein in Betrieb genommen werden kann, ist jedoch noch unklar. Hier liegt noch immer zu viel Schnee im Gleisbereich, Bäume drohen umzustürzen. Aber: "Spätestens ab der nächsten Woche rechnen wir wieder mit einem geordneten Betrieb auf allen Waldbahn-Strecken", teilte die Länderbahn mit.

Biathlon-Weltcup in Ruhpolding findet statt

Gute Nachrichten für Sportler und Fans gibt es außerdem aus Ruhpolding: Der wegen des Schnees verschobene Weltcup findet heute statt. Der Zeitplan wurde ein wenig gestrafft: Die Männer gingen als erste in die Loipe, dann die Frauen. Zwei Meter Neuschnee wurden in Form gebracht - jetzt sieht die Arena aus wie in einem Hochglanz-Winterkatalog.

Dahlmeier und Hinz starten, Schempp pausiert

Angeführt von Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier - die ihren grippalen Infekt überwunden hat - wollen die deutschen Biathleten beim Heim-Weltcup wieder die Podestplätze ansteuern. Auch Vanessa Hinz kommt nach überstandener Krankheit zurück.

Bei den Männern pausiert Erik Lesser nach der Geburt seiner Tochter. Und Simon Schempp hat bekanntgegeben, dass er nicht nur Ruhpolding auslassen, sondern auch beim nächsten Weltcup in Antholz pausieren wird. Er wolle sich in Ruhe auf die Weltmeisterschaft vorbereiten. Die deutschen Hoffnungen ruhen damit auf Arnd Peiffer und Benedikt Doll, die beide in diesem Winter schon auf dem Sieger-Podest standen.