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© BR/Florian Regensburger, Josef Böck
Bildrechte: picture-alliance/dpa/Hildebrandt

Die Stadt Memmingen hat zur Zeit die höchste 7-Tage-Inzidenz in Deutschland. Die Ursachenforschung gestaltet sich schwierig. Eine Sonder-Impfaktion und strengere Kontrollen in der Innenstadt sollen die Zahlen nun wieder senken.

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Bundesweiter Corona-Hotspot: Ursachenforschung in Memmingen

Die Stadt Memmingen hat zur Zeit die höchste 7-Tage-Inzidenz in Deutschland. Die Ursachenforschung gestaltet sich schwierig. Eine Sonder-Impfaktion und strengere Kontrollen in der Innenstadt sollen die Zahlen nun wieder senken.

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Von
  • Florian Regensburger
  • Roswitha Polaschek
  • BR24 Redaktion

195 - so hoch ist heute die 7-Tages-Inzidenz in Memmingen. Das ist nach wie vor der höchste Wert in Deutschland. Rund um Memmingen sind die Inzidenzwerte deutlich niedriger. Eine wirkliche Erklärung dafür gibt es nicht, aber Erklärungsversuche.

Liegt die hohe Inzidenz in Memmingen an der Industrie?

Die Stadt nennt als einen möglichen Grund für die hohe Inzidenz, dass Memmingen ein Industriestandort ist. In einem metallverarbeitenden Betrieb beispielsweise können viele Jobs nicht aus dem Home Office erledigt werden.

Aber es gibt auch andere Produktionsstandorte wie Augsburg oder München, wo die Zahlen deutlich niedriger sind. Das heißt, eine wirkliche Erklärung ist das auch nicht.

Corona-Neuinfektion über ganz Memmingen verteilt

Außerdem gibt es laut Stadt keine Corona-Hotspots. Gäbe es einen Hotspot in einem Memminger Unternehmen, wäre die Lage laut Stadt für das Corona- Koordinationsteam einfacher, sagte Thomas Schuhmaier, der Leiter des Referats für öffentliche Sicherheit und Ordnung. Denn dann könnte, Schuhmaier zufolge, das Infektionsgeschehen eingegrenzt werden. So aber seien die Corona-Infizierten auf das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Oberbürgermeister Manfred Schilder hat noch einen anderen Erklärungsversuch. Er sagte laut einer Mitteilung, es sei oft der Fall, dass eine Person infiziert wird, die dann ihre ganze Familie anstecke. Wenn das in mehreren Familien der Fall sei, dann wären bereits die Zahlen erreicht, die Memmingen jetzt deutschlandweit in die Nachrichten gebracht haben. Eine Sprecherin der Stadt Memmingen betonte gegenüber dem BR allerdings: "Wenn wir eine Erklärung hätten, wären die Zahlen nicht so hoch."

Zusätzliche Impfungen und strenge Überwachung der Regeln

Um die Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren, gab es in Memmingen und im Landkreis Unterallgäu eine Sonder-Impfaktion. Stadt und Landkreis haben da ein Sonderkontingent an Impfstoff bekommen, womit 3.800 Menschen zusätzlich geimpft werden konnten.

Außerdem gelten in Memmingen wegen der hohen Inzidenz strenge Regeln, also zum Beispiel geschlossene Geschäfte und eine nächtliche Ausgangssperre. Zusätzlich setzt die Stadt ab dieser Woche einen Sicherheitsdienst ein, der die Einhaltung der Corona-Regeln in der Innenstadt überwachen soll.

Bayernweite Inzidenz bei 56,6

Bayernweit liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 56,6. Neben Memmingen haben im Freistaat die Städte Coburg (153,4) und Schweinfurt (134,8) die höchsten Werte, gefolgt vom Landkreis Günzburg (121,2) und der Stadt Kempten (117,1).

22 kreisfreie Städte und Landkreise in Bayern haben nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit den Inzidenzwert von 35 unterschritten. Die niedrigste Anzahl an Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche hat die Stadt Weiden (9,4).

Grafik: Corona-Neuinfektionen in den Landkreisen Bayerns

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