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Mellrichstadt: Corona-infizierte Betreuer arbeiten weiter | BR24

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In der Lebenshilfe-Einrichtung im unterfränkischen Mellrichstadt hatten sich 22 Bewohner und Tagesgäste mit dem Coronavirus infiziert. Der Ausbruch ist nicht überstanden: Die Personalnot ist so groß, dass sogar infizierte Pfleger aushelfen müssen.

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Mellrichstadt: Corona-infizierte Betreuer arbeiten weiter

In der Lebenshilfe-Einrichtung im unterfränkischen Mellrichstadt hatten sich 22 Bewohner und Tagesgäste mit dem Coronavirus infiziert. Der Ausbruch ist nicht überstanden: Die Personalnot ist so groß, dass sogar infizierte Betreuer weiterarbeiten.

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Anfang Oktober kam die Nachricht: 22 Bewohner und Tagesgäste der Lebenshilfe-Einrichtung in Mellrichstadt im Landkreis Rhön-Grabfeld waren mit dem Coronavirus infiziert. Wie Geschäftsführer Jens Fuhl mitteilt, befinden sich aktuell sieben Erkrankte in stationärer Behandlung, zwei von ihnen müssen beatmet werden.

Mitarbeiter ebenfalls mit Corona infiziert

Auch 17 Personen, die in der Einrichtung arbeiten, sind infiziert. Ein Mitarbeiter musste ebenfalls stationär behandelt werden. Fuhl zufolge sind zwei Bewohner der Lebenshilfe Mellrichstadt genesen. Dennoch: "Die Lage hat sich noch nicht wirklich entspannt", sagt Fuhl. Zwei bislang gesunde Bewohner würden aktuell Erkältungssymptome zeigen. Sie seien nun ebenfalls auf das Coronavirus getestet worden.

Positiv getestete Mitarbeiter unterstützen

Um den Betrieb aufrecht zu halten, arbeiten laut Fuhl derzeit auch positiv getestete Betreuerinnen und Betreuer der Einrichtung weiter. Sie haben sich freiwillig dazu entschieden und hätten bislang keine Symptome. Deshalb hat das Gesundheitsamt Rhön-Grabfeld eine Ausnahmeregelung erlassen. Die Betreuer kümmern sich ausschließlich um die ebenfalls infizierten Bewohner. Dennoch würden für die Mitarbeiter strenge Auflagen gelten: So dürfen sie ihre Wohnungen nur verlassen, um zur Arbeit zu gehen. Außerdem würde es einen eigenen Ein- und Ausgang für die betreffenden Mitarbeiter geben.

Landratsamt spricht von Ausnahmefall

Das Landratsamt Bad Neustadt betont ausdrücklich, dass es sich um eine Ausnahmeregelung handelt. Laut Julia Weber von der Stabsstelle Kreisentwicklung sind die positiv getesteten Mitarbeiter symptomfrei, und versorgen unter Vollausstattung ausschließlich positiv Getestete. Die negativ getesteten Bewohner, die in einem gesonderten Trakt unter Quarantäne stehen, werden von negativ getesteten Mitarbeitern versorgt. Die entsprechende Ausnahmegenehmigungen hätte das Gesundheitsamt erteilt, da die Versorgung der Bewohner ansonsten nicht hätte sichergestellt werden können. Die Regierung von Unterfranken sei über diesen Sonderfall informiert.

Corona-Infektionen Ende September

Die ersten Infektionen in dem Wohnheim in Mellrichstadt waren am 26. September aufgetreten. In dem von der Lebenshilfe betriebenen Wohnheim leben Fuhl zufolge derzeit 17 Senioren mit Behinderung, der älteste Bewohner ist 82 Jahre alt. Acht weitere Menschen mit Behinderung besuchen eine Tagesförderstätte, wohnen aber im privaten Umfeld.

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