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Stahl-Produktion bei den Lechstahl-Werken (Archivbild).

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    Meitingen entscheidet für Erweiterungspläne der Lech-Stahlwerke

    Es könnte das Aus sein für 18 Hektar Bannwald: Heute hat der Marktgemeinderat Meitingen in einer acht Stunden dauernden, öffentlichen Sitzung für die Erweiterungspläne der Lech-Stahlwerke gestimmt.

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    Von
    • Thomas Pösl

    An allen Ein- und Ausgängen der Sport- und Ballspielhalle in Meitingen standen Sicherheitskräfte, denn das Thema, um das es in der extra am Samstag anberaumten Marktgemeinderatssitzung ging, war ein "heißes Eisen". Nach jahrelangen Diskussionen und viel Streit unter Bürgern von Meitingen stand in der Sitzung eine Entscheidung an. Darüber, ob die Gemeinde das Stahlwerk der Max Aicher-Gruppe am Ort bei Erweiterungsplänen unterstützt oder nicht. Weil das Stahl-Unternehmen dafür 18 Hektar Bannwald roden lassen will, protestieren Gegner seit Jahren gegen das Vorhaben.

    Zerreißprobe für Meitingen

    Sie gehören zu den größten Arbeitgebern in Meitingen. Etwa 1.000 Mitarbeiter beschäftigen die Lech-Stahlwerke der Max Aicher Gruppe. Dazu sorgt das Unternehmen auch bei vielen Mittelständlern für Aufträge, "angefangen von der Wäscherei bis zum stahlverarbeitenden Betrieb", so Bürgermeister Michael Higl (CSU). "Das sind viele Arbeitsplätze für die Region". Da sei es ein berechtigtes Anliegen, das Werk zu erweitern, auch wenn dafür Wald gerodet werden müsse. So sahen es am Samstag mehrheitlich die Marktgemeinderäte. In einer Mitteilung begrüßten die Lech-Stahlwerke unmittelbar nach der Gemeinderatssitzung die Entscheidung. Sie sei ein wichtiger Schritt zur Sicherung Sicherung vorhandener und Schaffung neuer Arbeitsplätze.

    Bannwald mit Schutzfunktion

    Die Pläne für die Erweiterung der Lech-Stahlwerke gibt es seit Jahren. Immer wieder gab es dagegen Proteste in Meitingen. Bürgerinitiativen befürchten Umweltschäden durch den Stahlproduzenten. Außerdem sei der Wald als Bannwald besonders schützenswert. Er habe eine Funktion als Immissions- und Klimaschutzwald. Auch wenn das Stahl-Unternehmen als Ausgleich einen Wald mit der 1,3-fachen Fläche aufforsten wolle, sei das kein Ersatz, argumentieren die Naturschützer. Der neue Wald brauche 50 bis 100 Jahre, bis er annähernd die Funktionen des aktuell bestehenden Bannwaldes erreichen würde.

    Umweltschützer bringen Bürgerbegehren ins Spiel

    "Wenn alles nach Plan läuft, dann kann der erste Teil des Bannwaldes Ende 2022 gerodet werden", so Bürgermeister Higl. Die verbleibende Zeit wollen die Umweltschützer von Meitingen nutzen. Am Rande der Marktgemeinderatssitzung protestierten etwa 30 von ihnen vor der Sporthalle, darunter auch Markus Eckstein von der Bürgerinitiative Lech-Schmuttertal. Die Entscheidung vom Samstag sei für ihn vorhersehbar gewesen. “Das hat sich im Vorfeld so abgezeichnet”, sagt Eckstein. Er und seine Mitstreiter wollen weiter kämpfen. Möglicherweise lasse sich das Vorhaben der Lech-Stahlwerke noch mit einem Bürgerbegehren verhindern.

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    Von
    • Thomas Pösl
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