BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Meidinger unterstützt eigenen Bildungsrat | BR24

© BR/Sarah Beham

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, wünscht sich nach dem Ausstieg aus dem Nationalen Bildungsrat mehr Verantwortung und Handeln von den Ländern. Er begrüßt, dass die KMK einen eigenen Bildungsrat ins Leben rufen will.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Meidinger unterstützt eigenen Bildungsrat

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, wünscht sich nach dem Ausstieg aus dem Nationalen Bildungsrat mehr Verantwortung von den Ländern. Er begrüßt, dass die Kultusminister einen eigenen Bildungsrat gründen wollen.

Per Mail sharen
Teilen

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands und Schulleiter am Deggendorfer Robert-Koch-Gymnasium, sieht nach dem Ausstieg des Freistaates Bayern aus dem Nationalen Bildungsrat die Länder in der Pflicht: Sie sollen jetzt mehr Verantwortung und Handeln übernehmen. Meidinger begrüßt daher den Vorschlag der Kultusministerkonferenz (KMK), einen eigenen Bildungsrat ins Leben zu rufen.

Bildungsstaatsvertrag für bessere Vergleichbarkeit

Bayerns Kultusminister Miachel Piazolo (Freie Wähler) kündigte einen eigenen Bildungsrat der Kultusministerkonferenz an - ein wissenschaftlicher Beirat, in dem Verbände, Interessensgruppen und Universitäten mit eingebunden werden. Ziel müsse hierbei nach Meidinger sein, einen Bildungsstaatsvertrag zu machen, der von den Länderparlamenten verabschiedet werde, in dem mehr Vergleichbarkeit vereinbart werde.

"Es sollte ein Konsens erzielt werden. Wir sind mit den Konflikten und den ewigen Kämpfen in der Bildungspolitik nicht sehr weit gekommen, Regierungswechsel hat oft bedeutet: Politikwechsel, neue Reformen. Vielleicht sorgt ein Bildungsstaatsvertrag für mehr Verlässlichkeit, Kontinuität und Vergleichbarkeit." Heinz-Peter Meidinger, Präsident Deutscher Lehrerverband

Große Differenzen zwischen Bayern und Bremen

Entscheidend für Meidinger ist jetzt das Ziel für die Länder - die für die Bildung zuständig sind - die Bildung in Deutschland vergleichbarer zu machen bei Abschlüssen, Schularten, Lehrerversorgung und Leistungen: "Wir haben Differenzen von zwei Schuljahren zwischen Bremen und Bayern. Da sind große Hausaufgaben zu machen. Ich hoffe - mit oder ohne Nationalen Bildungsrat - dass die Länder das endlich erkennen und handeln. Es soll einen Bildungsstaatsvertrag geben, der soll schnellstmöglich kommen."

Abschlüsse nicht gleichmachen, aber vergleichbarer

Meidinger will nicht gleichmachen, aber vergleichbarer, beispielsweise mit Abschlussprüfungen am gleichen Tag. "Dann sieht man, welche Länder ihre Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet haben und welche nicht." Er wisse, dass bayerische Abiturienten für das Abitur mehr leisten müssten, als Abiturienten in anderen Bundesländern - "das ist ein ungerechter Zustand".

Länder wehren sich gegen Mitspracherecht des Bundes

Im BR-Interview sagte Meidinger, dass der Deutsche Lehrerverband nie ein Fan des Nationalen Bildungsrats gewesen sei:

"Wir hätten auch ohne ihn leben können, aber er war Bestandteil des Koalitionsvertrags. Ich hätte mir eine Lösung vorstellen können, aber es hat schon bei der Frage gehakt: Wie viele Sitze bekommt der Bund, wie viele die Länder. Über dieses Anfangsstadium ist man letztlich nie hinausgekommen, weil die Länder nicht wollten, dass der Bund hier ein Mitspracherecht bekommt." Heinz-Peter Meidinger, Präsident Deutscher Lehrerverband

Freistaat Bayern steigt aus nationalen Bildungsrat aus

Der Freistaat Bayern hatte am Montag bekannt gegeben, aus dem Nationalen Bildungsrat auszusteigen. Der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder begründete den Schritt damit, dass bislang außer Streitigkeiten nichts herausgekommen sei. Nach dem Ausstieg Bayerns hat die Kultusministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien, das Projekt für tot erklärt. Aus dem grün-schwarz regierten Baden-Württemberg kam Zustimmung zu Bayerns Ausstieg. Auch Stuttgart will beim Bildungsrat nicht mehr mitmachen.