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Meidinger: "Schulbetrieb mit vollen Klassen brandgefährlich" | BR24

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Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger äußert sich zum Bund-Länder-Gipfel und sagt, er sei enttäuscht, dass die Entscheidungen vertagt wurden.

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Meidinger: "Schulbetrieb mit vollen Klassen brandgefährlich"

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, ist enttäuscht, dass beim Bund-Länder-Gipfel die Entscheidung über Einschränkungen an Schulen vertagt wurde. Das Infektionsgeschehen mache auch vor Schulen nicht Halt.

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Von
  • Bastian Kellermeier
  • BR24 Redaktion

Zwei Wochen nach dem Beginn des Teil-Lockdowns haben die Bundesregierung und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten strengere Maßnahmen beim Bund-Länder-Gipfel vertagt. Trotz hoher Infiziertenzahlen gibt es erstmal keine weiteren Einschränkungen - auch die Schulen sollen offen bleiben. Für den Präsidenten des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger aus dem niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn, eine Enttäuschung.

Meidinger fordert klare Richtwerte und Spielraum

Im Interview mit dem BR sagte Meidinger: "Wir vom Lehrerverband sind enttäuscht, weil in der Tat ein Handlungsbedarf da ist." Das massiv ansteigende Infektionsgeschehen mache auch vor Schulen nicht Halt.

"Einfach den Betrieb mit vollen Klassen weiterlaufen zu lassen ist brandgefährlich." Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands

Meidinger fordert, dass es bald klare Richtwerte geben soll, ab wann an Schulen Hygienemaßnahmen verschärft werden müssen. Es führe kein Weg daran vorbei, "dass wir an vielen Schulen in Deutschland wieder die Abstandsregelungen einführen und sicherstellen müssen, dass Kinder bei dieser Infektionslage nicht eng an eng im Klassenzimmer sitzen."

Schulleitungen vor Ort sollten einen großen Freiheitsspielraum haben, dass sie abhängig von der Schulausstattung, der Altersstufe der Kinder und der sozialen Zusammensetzung eigene passgenaue Lösungen entwickeln können, so der Lehrerverbands-Präsident.

Beschluss: Präsenzunterricht hat Priorität

Beim gestrigen Gipfelgespräch hatte der Bund verschärfte Maßnahmen an Schulen vorgeschlagen: zum Beispiel eine Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer auch im Unterricht sowie eine Halbierung der Klassen. Damit konnte er man sich bei den Ministerpräsidenten aber nicht durchsetzen.

In dem Beschluss von Bund und Ländern heißt es nun, verlässliche Betreuung diene der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bildung sei essenziell für die Zukunftschancen der jungen Generation. "Deshalb genießt die Offenhaltung von Einrichtungen im Präsenzunterricht in diesem Bereich mit hohem Infektionsschutzniveau eine wichtige politische Priorität."

Offene Schulen auch in Corona-Hotspots?

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, an den Schulen müsse gerade in Corona-Hotspots darüber nachgedacht werden, ob das Offenlassen der Schulen die wirklich einzige Möglichkeit sei. Auch hier erhoffe er sich für die kommende Woche Beschlüsse. Am 25. November sprechen die Spitzen von Bund und Ländern erneut miteinander.

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