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BR-BayernTrend: CSU, Grüne und Freie Wähler legen zu, die FDP rauscht ab

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BayernTrend: Mehrheit für CSU und Freie Wähler, FDP bricht ein

Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, hätten CSU und Freie Wähler eine satte Mehrheit: Beide legen im BR-BayernTrend zu. Auch die Grünen verzeichnen ein Plus. Die AfD überholt die SPD, die FDP rauscht ab.

Die CSU könnte laut dem BR-BayernTrend aktuell im Freistaat ihre Wunschkoalition mit den Freien Wählern fortführen: Ein Jahr vor der Landtagswahl kämen die Christsozialen auf 37 Prozent, wie die repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap für den BR ergab. Das ist ein leichtes Plus von einem Prozentpunkt im Vergleich zum Januar.

Die Freien Wähler verbessern sich um 3 Punkte auf 11 Prozent. Wenn schon diesen Sonntag Landtagswahl in Bayern wäre, kämen beide Regierungsparteien somit auf ähnliche Ergebnisse wie beim Urnengang 2018 und hätten zusammen eine komfortable Mehrheit. Der genaue Wahltermin im Herbst 2023 steht noch nicht fest.

FDP würde aus dem Landtag fliegen - AfD überholt SPD

Zweitstärkste Kraft in Bayern bleiben die Grünen mit 18 Prozent (+2). Sie können als einzige der drei Ampel-Parteien, die im Bund regieren und in Bayern in der Opposition sitzen, zulegen. Für die SPD und die FDP geht es dagegen deutlich abwärts. Die Sozialdemokraten, die im vorherigen BR-BayernTrend zu Jahresbeginn noch stark zugelegt hatten, verlieren 4 Prozentpunkte und erreichen 10 Prozent. Die FDP würde aktuell an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und den Wiedereinzug in den Landtag verpassen: Die Liberalen rauschen von 7 Prozent im Januar auf aktuell 3 Prozent ab.

Die AfD dagegen verbessert sich im Freistaat von 10 auf 12 Prozent - und lässt damit in der Sonntagsfrage die Kanzlerpartei SPD hinter sich. Alle übrigen Parteien kämen laut dem BR-BayernTrend zusammen auf 9 Prozent.

Zufriedenheit mit Ampel-Parteien und CSU sinkt

Auch bei der Zufriedenheit mit der Arbeit der Landesparteien verzeichnen SPD und FDP in der Umfrage deutliche Verluste: Für die bayerische SPD geht es 12 Prozentpunkt abwärts, mit ihr ist noch jeder Vierte (26 Prozent) zufrieden. Die FDP verliert 13 Punkte auf 19 Prozent. Die Grünen verschlechtern sich um 5 Punkte auf 32 Prozent. Die AfD kann als einzige Oppositionspartei leicht zulegen auf 14 Prozent (+2).

Mit der Arbeit der CSU sind im Freistaat 41 Prozent zufrieden - das ist ein Minus von 4 Punkten gegenüber Januar. Den Freien Wählern attestiert jeder Dritte eine gute Arbeit: 36 Prozent, ein Zuwachs von 3 Punkten.

Sieben von zehn Bayern unzufrieden mit der Bundesregierung

Fast sieben von zehn Bayern (69 Prozent) sind der Umfrage zufolge mit der Arbeit der Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP weniger oder gar nicht zufrieden. Das ist ein Plus von 27 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahresbeginn. Zufrieden sind noch 27 Prozent (-17, sehr zufrieden sind 2 Prozent (-2).

Die bayerische Staatsregierung schneidet etwas besser ab, allerdings hat auch hier die Unzufriedenheit stark zugenommen und überwiegt mittlerweile: Mit 54 Prozent ist mehr als jeder Zweite weniger oder gar nicht zufrieden (+10). Insgesamt 44 Prozent zeigen sich aktuell mit der Arbeit der Staatsregierung zufrieden oder sehr zufrieden (-10). Dabei stellen insbesondere CSU-Anhänger ein gutes Zeugnis aus: 72 Prozent von ihnen sehen die Arbeit der Staatsregierung positiv. Unter den Freie-Wähler-Sympathisanten sind dagegen nur 43 Prozent zufrieden. Bei den Oppositionsanhängern bemerkenswert: Auch 50 Prozent der SPD-Unterstützer sind mit der Staatsregierung zufrieden - das sind mehr als bei den Freien Wählern.

Grafik: Zufriedenheit mit der Arbeit der Staatsregierung

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Zufriedenheit mit der Arbeit der Staatsregierung

Söder büßt Zustimmung ein - Zuwachs für Aiwanger

Weiter fortgesetzt hat sich der Rückgang des Zustimmungswerts von Ministerpräsident Markus Söder (CSU): Mit seiner Arbeit ist laut BR-BayernTrend derzeit jeder Zweite (50 Prozent) im Freistaat zufrieden. Im Januar waren es noch 55 Prozent, vor einem Jahr 63 Prozent und in der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 sogar 94 Prozent. Dennoch hat CSU-Chef Söder unter den abgefragten bayerischen Spitzenpolitikern weiter den höchsten Sympathiewert - zusammen mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), die 2 Punkte verliert und ebenfalls auf 50 Prozent kommt. Wirtschaftsminister und Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger legt um 3 Punkte auf 39 Prozent zu.

Mit der Arbeit des Spitzenduos der Grünen im Landtag, Katharina Schulze und Ludwig Hartmann, sind 25 und 19 Prozent der Bayern zufrieden - für Schulze ein Rückgang (-3), für Hartmann eine leichte Verbesserung (+1). SPD-Landeschef Florian von Brunn hat 12 Prozent Zustimmung (-2), sein FDP-Kollege Martin Hagen 11 Prozent (-2). Mit dem bayerischen AfD-Landesvorsitzende Stephan Protschka sind 6 Prozent zufrieden (-1).

Allerdings äußerte lediglich zu Söder, Aigner und Aiwanger ein Großteil der Befragten eine Meinung. Zu Schulze gab etwas mehr als jeder Zweite eine Bewertung ab, zu allen anderen Oppositionspolitikern hieß es von der klaren Mehrheit: "Kenne ich nicht", "weiß nicht" oder "keine Angabe". Zu Protschka beispielsweise äußerten sich fast drei Viertel der Befragten nicht (73 Prozent).

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Zufriedenheit mit bayerischen Politikern

Grafik: Zufriedenheit mit bayerischen Politikern

Der BR-BayernTrend

Für den BR-BayernTrend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap vom 7. bis 11. Oktober 1.157 Wahlberechtigte in Bayern. Es handelt sich um eine repräsentative Zufallsauswahl, die Befragung erfolgte mit Telefon- und Online-Interviews.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt laut Infratest dimap einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahltag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang seien damit nur bedingt möglich. Zum einen legten sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, zum anderen habe die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

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Zufriedenheit mit bayerischen Politikern

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