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Tödliche Badeunfälle in Bayern - Wasserwacht warnt vor dem Baden | BR24

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Ein 19-Jähriger ist am Sonntagmittag bei einem Badeunfall ums Leben gekommen. Er wollte mit einem Arbeitskollegen zu einer Badeinsel schwimmen, als er plötzlich unterging.

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Tödliche Badeunfälle in Bayern - Wasserwacht warnt vor dem Baden

Mindestens drei Männer sind am Sonntag beim Baden gestorben. Zwei weitere Männer werden noch vermisst. Dass sie noch lebend gefunden werden, ist sehr unwahrscheinlich. Wasserwacht und Polizei warnen weiterhin vor dem Baden in Flüssen.

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Bei sommerlichem Wetter hat es am Sonntag in Bayern in mehreren Gewässern Todesfälle gegeben. Gleich mehrere Unfälle verzeichnete die Polizei in Oberbayern. In zwei Fällen wurden Menschen am frühen Montagmorgen noch vermisst.

Gefahren werden oft unterschätzt

Der stellvertretende Landesvorsitzende der Wasserwacht Bayern, Ingo Roeske, macht im BR-Interview vor allem starke Strömungen und kalte Wassertemperaturen für die jüngsten Unglücksfälle verantwortlich. Das von vielen Menschen lang ersehnte sommerliche Wetter kurz nach dem Hochwasser habe diese zusätzlich begünstigt.

Besonders dramatisch seien die Verhältnisse an den bayerischen Seen laut Roeske derzeit allerdings nicht. Das Baden sei dort grundsätzlich möglich, man sollte jedoch zur Sicherheit in Ufernähe bleiben. Anders bei Flüssen - diese seien derzeit sogar besonders gefährlich.

Insgesamt sind in den vergangenen Tagen in Bayern drei Menschen ertrunken. In zwei weiteren Fällen wurden die Verunglückten am Montag noch vermisst.

Asbach-Bäumenheim: Schwimmer ertrinkt in Baggersee

In Asbach-Bäumenheim im Landkreis Donau-Ries ist am Sonntag ein Mann beim Baden ertrunken. Nach Angaben der Polizei schwamm der 20-Jährige alleine in einem Baggersee, als er plötzlich unterging. Eine Augenzeugin verständigte die Rettungskräfte. Nach knapp einer Stunde fanden Taucher den Mann in einer Tiefe von etwa fünf Metern. Er konnte zunächst wiederbelebt werden, starb aber wenig später in einer Klinik. Warum der Mann unterging, ist noch unklar.

Neufahrn: 19-Jähriger geht beim Schwimmen plötzlich unter

Im Neufahrner Mühlsee (Landkreis Freising) ist ein junger Mann ertrunken. Er wollte zusammen mit einem Arbeitskollegen zu einer Insel in der Mitte des Sees schwimmen. Plötzlich ging der junge Mann unter. Sein Kollege konnte ihm nicht mehr helfen. Taucher der Wasserwacht bargen den 19-Jährigen, laut Polizei fast eine halbe Stunde nach dem Zwischenfall, aus dem Wasser. Unter laufender Reanimation wurde der Mann ins Krankenhaus geflogen, dort starb er wenig später. Auch in diesem Fall ist noch unklar, warum der Mann plötzlich unterging.

Schafirrsee: Lebloser Mann am Ufer

Auch für einen 78-jährigen Ingolstädter kam jede Hilfe zu spät: Passanten hatten den leblosen Rentner am Südufer vom Schafirrsee in Ingolstadt-Gerolfing entdeckt und aus dem Wasser gezogen. Sie versuchten vergeblich, ihn wiederzubeleben. Auch Reanimationsversuche durch einen Notarzt blieben erfolglos.

Mangfall: Keine Hoffnung mehr für 46-Jährigen

Immer noch vermisst wird ein 46-Jähriger, der gestern in Weyarn von der Mangfall mitgerissen wurde. Für ihn besteht laut einer Beamtin der Polizei Holzkirchen keine Hoffnung mehr.

Mittlerweile konnte der Begleiter des Mannes vernommen werden. Ihm zufolge war der 46-Jährige vor dem Unfall bereits mehrfach in die Mangfall gestiegen, um sich abzukühlen. Beim letzten Mal erfasste ihn eine Wasserwalze. Diese drückte den Mann unter Wasser, riss ihn mit und ließ ihm keine Chance, eigenständig wieder an die Wasseroberfläche zu gelangen.

Gestern hatte ein Großaufgebot mit mehr als 80 Helfern und einem Hubschrauber nach dem Verunglückten gesucht. Trotzdem wurde der Mann bisher nicht gefunden. Aktuell wurde die Suche nicht wieder aufgenommen. Die Polizei Holzkirchen übergibt den Fall derzeit an die Kriminalpolizei.

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Am Wochenende ist es in Bayern zu mehreren tödlichen Unfällen an Flüssen und Seen gekommen. Ein Mann starb bei einem Badeunfall in Neufahrn bei Freising, ein anderer in Ingolstadt. Im Lech und in der Mangfall werden zwei Männer vermisst.

Augsburg: Suche nach 16-Jährigem geht weiter

Ein 16-Jähriger aus Augsburg wird ebenfalls vermisst, nachdem er gestern beim Durchqueren des Lechs von der Strömung mitgerissen wurde. 60 Helfer von Wasserwacht und DLRG, mehrere Polizeistreifen sowie ein Polizeihubschrauber suchten am Sonntag auf einer Länge von 20 Kilometern im Fluss nach dem Schwimmer.

Am Montagnachmittag startete schließlich ein dreiköpfiges Drohnenteam des Roten Kreuzes, um den Jugendlichen zu finden. Die Aktion blieb jedoch erfolglos.

Polizei warnt vorm Baden in kalten Gewässern

Die Augsburger Polizei warnt derzeit vor dem Schwimmen im Lech: "Es ist sehr schwer, wieder aus eigener Kraft ans Ufer zu kommen und es ist auch ein hohes Risiko für die Wasserwacht, Personen in Not wieder rauszuholen". Aufgrund des hohen Wasserstands, der geringen Wassertemperatur und der hohen Fließgeschwindigkeit sei das Baden im Moment besonders gefährlich.

Auch wenn ein Fluss friedlich aussehe, dürfe man die Wucht von Unterwasserströmungen und Wasserwalzen nicht unterschätzen. Außerdem erhöhten herumtreibende Äste und Baumstämme die Verletzungsgefahr. Generell gelte es, nicht alkoholisiert ins Wasser zu gehen und möglichst nicht alleine, so Polizeisprecher Michael Jakob.

Wasserwacht warnt vor hohem Wasserstand

Daniela Haupt von der Wasserwacht München appelliert an alle Badefans:

"Achtet immer auf den Wasserstand. Schaut darauf wie hoch das Wasser steht. Und wenn das Wasser braun und trüb ist, ist das ein Zeichen dafür, dass der Wasserstand zu hoch ist. Lasst es dann einfach bleiben. Nehmt ein anderes Wochenende. Der Pegel wird wieder sinken. Und dann macht es allen mehr Spaß." Daniela Haupt, Wasserwacht München

Die Wasserwacht rät dazu, erst wieder bei klarem Wasser baden zu gehen. Höhere Wasserstände sollte man in jedem Falle meiden, da das Wasser dann besonders viel Kraft habe und man leicht abgetrieben werden könne. Dies gelte auch für sehr gute Schwimmer.

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Ein 16-jähriger Schwimmer ist am Sonntag beim Baden im Lech von der starken Strömung mitgerissen worden. Eine Suche blieb ohne Erfolg. Ein zweiter Jugendlicher konnte sich noch ans Ufer retten.