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Kommunalwahlen

Mehrere bayerische AfD-Politiker wollen in den Bundesvorstand | BR24

© pa/dpa

Archivbild: Petr Bystron

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    Mehrere bayerische AfD-Politiker wollen in den Bundesvorstand

    Bisher sitzt mit Stephan Protschka nur ein bayerischer AfD-Politiker im Bundesvorstand. Auf dem Parteitag wollen weitere AfDler aus dem Freistaat kandidieren - unter ihnen Ex-Landeschef Bystron. 2017 kam es im Zuge seiner Kandidatur zu einem Eklat.

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    Der frühere bayerische AfD-Landesvorsitzende Petr Bystron startet am Wochenende einen weiteren Versuch, in den Bundesvorstand seiner Partei gewählt zu werden. Er wolle "das Erscheinungsbild der Partei in der Öffentlichkeit verbessern und die unzähligen Angriffe auf unsere Mitglieder, Familienangehörige und Sympathisanten stoppen", schrieb der Bundestagsabgeordnete auf seiner Facebook-Seite. "Dafür stehe ich, und dafür kandidiere ich für den Bundesvorstand."

    Die AfD trifft sich am Samstag und Sonntag in Braunschweig zu ihrem 10. Bundesparteitag. Auf dem Programm steht unter anderem die Wahl des Bundesvorstands.

    Bystron sorgt für Wirbel

    Pünktlich zur Ankündigung seiner Kandidatur sorgte Bystron mit einem "Aussteigerprogramm" für "Mainstream-Journalisten" für Aufsehen. Das "Team Bystron" stellte eine Seite ins Internet, auf dem Journalisten aufgefordert werden, "die schlimmsten Lügen und Manipulationen der Haltungsredaktionen" zu dokumentieren. Der Deutsche Journalisten-Verband wertete das Programm als "Provokation gegen den kritischen Journalismus".

    Von 2015 bis 2017 hatte Bystron den bayerischen AfD-Landesverband geführt. Parteiinterne Kritiker warfen ihm fehlende Einbindung der Basis und Karrierismus vor. Für Wirbel sorgte der gebürtige Tscheche in dieser Zeit unter anderem mit einer Sympathiebekundung für die "Identitäre Bewegung", die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

    Landeschefin verzichtet auf weiteres Duell mit Bystron

    Zu einem erneuten Duell Bystrons mit Corinna Miazga, die inzwischen zur Nach-Nachfolgerin Bystrons an der Spitze der bayerischen AfD aufgestiegen ist, wird es dieses Mal nicht kommen. Miazga werde definitiv nicht kandidieren, hieß es auf BR-Anfrage in der AfD-Landesgeschäftsstelle, da sie als Landesvorsitzende genug Arbeit habe.

    Vor zwei Jahren war Miazga auf dem Bundesparteitag in Hannover gegen Bystron im Rennen um einen der Vizechef-Posten angetreten - und warf ihrem Parteifreund auf offener Bühne Sexismus vor: Als einen der Hauptgründe für ihre Kandidatur gab sie Bystron an, "der mich im Wahlkampf darauf aufmerksam machte , dass Frauen wie ich eigentlich besser an einer Stange tanzen sollten". Bei den Delegierten fanden weder Bystron noch Miazga eine Mehrheit - gewählt wurde der Hamburger Kay Gottschalk.

    Protschka erwägt Kandidatur als Vize-Parteichef

    Dieses Mal will Bystron für einen der fünf Beisitzer-Posten kandidieren. Vor zwei Jahren hatte einen davon überraschend der Niederbayer Stephan Protschka bekommen. Er ist derzeit der einzige Vertreter der bayerischen AfD im Führungsgremium der Partei. Der 63-Jährige kündigte an, erneut zu kandidieren - und hoffe, weiterhin im Bundesvorstand aktiv sein zu können. Möglicherweise wird er sich sogar für den stellvertretenden Parteivorsitz bewerben. Das wolle er spontan entscheiden, sagte er dem "Münchner Merkur" und fügte hinzu: "Das hängt von der Stimmung beim Parteitag ab."

    Protschka war vor wenigen Tagen öffentlich in die Kritik geraten, weil er Geld für ein Denkmal für Weltkriegssoldaten und Freikorpskämpfer in Polen gespendet hatte. Mehrere Historiker forderten in einem offenen Brief daraufhin seinen Rücktritt: "Dieser Gedenkstein ist eine unerträgliche und skandalöse Verherrlichung nationalsozialistischer und rechtsextremer Verbände sowie ein nicht hinnehmbarer Affront gegenüber Polen." Ebenfalls für einen der Beisitzer-Posten will laut "Merkur" der Bundestagsabgeordnete und frühere Vize-Landeschef Gerold Otten kandidieren.