BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Mehr verurteilte Missbrauchstäter in Bayern | BR24

© BR

Die Gerichte haben über als 120.000 Angeklagte verurteilt, über 5.000 mehr als ein Jahr zuvor. Stark zugenommen hat die Zahl der Urteile wegen sexuellen Missbrauchs und wegen Volksverhetzung. Die meisten Straftaten gab es im Straßenverkehr.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Mehr verurteilte Missbrauchstäter in Bayern

Bayerns Gerichte haben im Jahr 2019 knapp 5.000 Menschen mehr verurteilt als im Jahr davor. Insgesamt ergingen Urteile gegen 121.250 Personen. Vor allem bei Hassdelikten, Volksverhetzung und Kindesmissbrauch stiegen die Zahlen.

Per Mail sharen

Die Zahl wegen sexuellen Missbrauchs verurteilter Täter ist von 2018 auf 2019 deutlich gestiegen. Dabei waren es vor allem die Fälle von schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern, wofür 27,6 Prozent mehr Personen verurteilt wurden. Für den Besitz kinderpornographischer Schriften wurden 373 Personen bestraft. Im Jahr zuvor waren es 298 Personen. Dies entspricht einem Anstieg von 25,2 Prozent. Entsprechend zuversichtlich äußert sich Bayerns Justizminister Georg Eisenreich, dass die jüngsten Gesetzesverschärfungen greifen. Gleichzeitig drängt Eisenreich aber vor allem beim Handel mit kinderpornographischem Material auf noch härtere Strafen im Bund.

Grundsätzlich ist Eisenreich mit der Justiz in Bayern zufrieden. Die Strafverfolgung sei "konsequent und entschlossen" und deshalb könnten sich die Bürger in Bayern auch sicher fühlen.

259 Personen wegen Volksverhetzung verurteilt

Fast verdoppelt haben sich die Verurteilungen wegen Volksverhetzung, und zwar von 130 auf 259 Täter im Jahr 2019. Für den Justizminister vor allem allem ein Folge von Hass und Hetze im Internet. "Wir haben reagiert, weil wir die Hasskriminalität als Demokratie gefährdend ansehen." Deshalb habe Eisenreich in diesem Jahr 22 Sonderdezernate bei den Staatsanwaltschaften und einen Hatespeech-Beauftragten eingerichtet. Eisenreich fordert außerdem eine Reform des Beleidigungsstrafrechts. Denn das sei in weiten Teilen schon 150 Jahre alt.

Anteil nicht-deutscher Straftaten minimal gestiegen

Rund 43 Prozent der Verurteilten waren Ausländer (2018: 42,3 %). Auch ohne Berücksichtigung der Straftaten nach dem Asyl-, Aufenthalts- und Staatsangehörigkeitsgesetz, lag ihr prozentualer Anteil an den insgesamt Verurteilten noch bei 41,2 Prozent. Knapp die Hälfte von ihnen stammte aus dem EU-Ausland. Die meisten verurteilten ausländischen Täter kommen aus Rumänien, gefolgt von der Türkei, Polen, Bulgarien, Syrien und Kroatien. In den meisten Fällen wurden ihnen Diebstahl, Verstoßen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fahren ohne Führerschein oder das Erschleichen von Leistungen zur Last gelegt. Für alle Kriminalitätsbereiche gilt: Die meisten Täter sind Männer. Nur 17,6 Prozent sind Frauen und die überwiegende Zahl der Straftaten – knapp ein Viertel - werden im Straßenverkehr begangen, vor allem als Trunkenheitsfahrten.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!