BR24 Logo
BR24 Logo
BR24

Corona an der Grenze: Ostbayerns Landräte fordern Unterstützung | BR24

© BR

Die Corona-Fallzahlen in den Regionen an der tschechischen Grenze gehören bundesweit zu den höchsten. Die ostbayerischen Landräte fordern jetzt mit einem Fünf-Punkte-Konzept mehr Sicherheit und Perspektiven für ihre Landkreise.

88
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten
  • Artikel mit Video-Inhalten

Corona an der Grenze: Ostbayerns Landräte fordern Unterstützung

Die Corona-Fallzahlen in den Regionen entlang der tschechischen Grenze gehören bundesweit zu den höchsten. Die ostbayerischen Landräte fordern jetzt mit einem Fünf-Punkte-Konzept mehr Sicherheit und Perspektiven für ihre Landkreise.

88
Per Mail sharen
Von
  • Nicolas Eberlein

Die Landräte in den ostbayerischen Grenzregionen fordern mit einem Fünf-Punkte-Konzept mehr Sicherheit und Perspektiven für ihre Kreise. Im ganzen Land werde über Öffnungen gesprochen, solche Perspektiven wünschten sich die Landräte auch für ihre Regionen entlang der tschechischen Grenze, heißt es in einer Mitteilung.

In ihren Regionen gibt es derzeit bundesweit mit die höchsten Corona-Fallzahlen, was die Landräte zum Teil durch die Nachbarschaft zu Tschechien begründen. Das Land sei erst vor kurzem zum Virusvariantengebiet eingestuft worden. Entlang der tschechischen Grenze sollen deshalb fünf Punkte umgesetzt werden, die sowohl Perspektiven als auch die Eindämmung des Infektionsgeschehens in den betroffenen Grenzregionen berücksichtigen.

Einheitliche Möglichkeiten für alle Regionen

Der Landrat für den Landkreis Hof, Oliver Bär (CSU), betont im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk, dass es ihnen vor allem um einheitliche Entscheidungen gehe: "Wir wollen, dass auch wir auf Grün geschaltet werden, wenn auf Grün geschaltet wird." Dazu seien sie bereit auch zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, wie zum Beispiel innovative Hygiene- oder Testkonzepte zu erarbeiten, die andernorts nicht so streng seien, so Bär weiter.

Das Fünf-Punkte-Konzept haben die Landräte unter anderem an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verschickt.

1. Ausbau der Testkapazitäten in den Grenzregionen

Laut dem ersten Punkt des Fünf-Punkte-Konzepts sollen dort die Testkapazitäten "wesentlich" ausgebaut werden, heißt es weiter. Die Landräte fordern für jeden Landkreis zusätzliche Schnellteststationen mit Unterstützung von Bund und Land. Außerdem sollen Unternehmen Schnelltests zur Verfügung gestellt werden.

2. Freiheit für tschechische Grenzpendler

Der zweite Punkt des Konzepts sieht vor, dass tschechische Grenzpendler unabhängig von Systemrelevanz ihrer Arbeit nachgehen dürfen, um die Wirtschaftskraft und die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Unternehmen entlang der tschechischen Grenze aufrechtzuerhalten. Als Voraussetzung dafür nennen die Landräte auch das Vorliegen eines negativen Coronatests, der nicht älter als 48 Stunden sein dürfe.

3. Öffnungen unabhängig von der Inzidenz

Einzelhandel und Gastronomie sollen laut Punkt drei der Forderungen gemäß einer neuen Öffnungsstrategie inzidenzunabhängig öffnen dürfen. Dies setze höhere Anforderungen an Hygienekonzepte voraus. Dadurch könnten aber deutschlandweit einheitliche Perspektiven geboten werden, so die Landräte weiter.

4. Immunisierungskonzept für Grenzregionen als "Schutzgürtel"

Viertens solle ein Immunisierungskonzept erarbeitet werden, das einen Ausbau der Impfkapazitäten vor Ort vorsehe. Die Landräte bieten sich laut Mitteilung auch an, Impfstoff aus anderen Regionen bei ihnen zu verimpfen, wenn dieser nicht schnell genug verwendet werden könne. Sie wollten damit auch einen "Schutzgürtel" für benachbarte Regionen schaffen.

5. Öffnungskonzept für Schulen und Kitas

Der fünfte und letzte Punkt des Plans betrifft ein Öffnungskonzept für Schulen und Kindertageseinrichtungen. Hierbei sei das Ziel, den Kindern so bald wie möglich wieder Präsenzunterricht zu ermöglichen. Ein Hygiene- und Testkonzept solle dazu bei höheren Inzidenzen dynamisch angepasst werden. Außerdem sollen Lehrkräfte und Erzieher bevorzugt geimpft werden.

Fünf-Punkte-Konzept als Baustein

Die Landräte sehen dieses Konzept als Baustein an, um "das Infektionsgeschehen besser zu beherrschen und Lebensqualität sowie Wirtschaftsstärke zu schaffen und zu sichern".

Den Forderungskatalog unterzeichnet haben die Landräte Oliver Bär aus Hof, Peter Berek aus Wunsiedel, Roland Grillmeier aus Tirschenreuth, Andreas Meier aus Neustadt a.d. Waldnaab, Thomas Ebeling aus Schwandorf, Franz Löffler aus Cham, Rita Röhrl aus Regen und Sebastian Gruber aus Freyung-Grafenau.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

© BR

Zwei Tage nach ihrem virtuellen Treffen mit der Kanzlerin haben Landräte in Ostbayern einen Fünf-Punkte-Forderungskatalog präsentiert. Ziele sind mehr Sicherheit und klarere Perspektiven für ihre Region, die einen hohen Inzidenzwert aufweist.