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Mehr Organspenden in Bayern: Zahlen bleiben trotzdem zu niedrig | BR24

© pa / dpa / Bernd Wüstneck

Spenderherz

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Mehr Organspenden in Bayern: Zahlen bleiben trotzdem zu niedrig

Entgegen dem Bundestrend ist die Zahl der Organspender in Bayern im vergangenen Jahr gestiegen. Nach vorläufigen Angaben wurden 136 Menschen im Freistaat 459 Organe entnommen - das sind aber immer noch zu wenige, um alle Wartenden zu versorgen.

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Im Jahr 2019 haben 136 Menschen im Freistaat Organe wie Nieren, Lunge oder Herz gespendet. Das hat die Deutsche Stiftung Organtransplantation in Frankfurt am Main mitgeteilt. Im Jahr zuvor waren es demnach 128 Organspender. Trotz dieses Anstiegs blieb Bayern mit statistisch 10,4 Organspendern pro einer Million Einwohner aber auch im gerade abgelaufenen Jahr unter dem Bundesschnitt von 11,2. Die Zahl der gespendeten Organe stieg von 444 im Jahr 2018 auf nunmehr 459.

Ein Signal, das noch nicht ausreicht

"Es ist ein positives Signal, dass es im vergangenen Jahr in Bayern mehr postmortale Organspender gab als 2018", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU): "Allerdings reicht der leichte Anstieg nicht aus." Aktuell warteten etwa 1.350 Menschen im Freistaat auf ein lebenswichtiges Spenderorgan.

Bundestag entscheidet über Neuregelung

Am Donnerstag dieser Woche soll der Bundestag über neue Regeln für Organspenden entscheiden. Dabei geht es um die sogenannte Widerspruchslösung. Ein fraktionsübergreifender Gesetzesentwurf von einer Gruppe um Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) strebt die "doppelte Widerspruchslösung" an. Nach ihren Plänen soll ab dem 1. Oktober 2022 jeder Bürger potenzieller Organspender sein, der dem zu Lebzeiten nicht widerspricht. Zudem wäre bei Angehörigen nachzufragen, ob ihnen ein Widerspruch bekannt ist.

Eine andere Abgeordnetengruppe um Grünen-Chefin Annalena Baerbock schlägt vor, dass alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Abholen ihres Ausweises auf das Thema Organspende angesprochen werden. Daneben hat die AfD einen Antrag eingebracht, der eine doppelte Widerspruchslösung ablehnt.

Überzeugungsarbeit ist gefragt

"Für jede neue Regelung ist eine große Zustimmung in der Bevölkerung wichtig", sagte dazu Bayerns Ressortchefin Huml.

"Deshalb muss hier noch weitere Überzeugungsarbeit geleistet werden. Niemand soll den Eindruck bekommen, dass er unter Druck gesetzt wird." Melanie Huml (CSU), bayerische Gesundheitsministerin

Huml will dafür sorgen, dass sich künftig mehr Menschen für einen Organspende-Ausweis entscheiden - den habe bisher nur ein Drittel der Deutschen.

"Die Aufklärung der Bevölkerung über Organspende und Transplantation ist eine Daueraufgabe, für die sich die bayerische Staatsregierung auch in Zukunft engagieren wird. Beispiele sind unsere Schülerseminare und Lehrerfortbildungen sowie Fortbildungen für ärztliches und pflegerisches Fachpersonal." Melanie Huml (CSU), bayerische Gesundheitsministerin

Bundesweit weniger Organspenden

Bundesweit hat sich die Zahl der Organspender im vergangenen Jahr leicht verringert, auf 932 Menschen. Im Jahr davor spendeten noch 955 Menschen - und damit 23 mehr - nach ihrem Tod eines oder mehrere Organe für eine Transplantation. Den 932 Verstorbenen sind laut Deutscher Stiftung Organtransplantation 2995 Organe entnommen worden. Insgesamt seien 1.524 Nieren, 726 Lebern, 329 Lungen, 324 Herzen, 87 Bauchspeicheldrüsen und fünf Dünndärme gespendet worden. Jeder der Spender habe im Durchschnitt mehr als drei schwerkranken Patienten eine neue Lebenschance geschenkt.

© BR

Bundesweit ging die Zahl der Organspenden 2019 leicht zurück.

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