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Mehr Müll seit Corona: Städte kämpfen gegen Pizzakarton-Chaos | BR24

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Bayerische Städte leiden unter einer Flut von Verpackungsmüll. Parks und Grünanlagen werden seit den coronabedingten Beschränkungen für die Gastronomie intensiv genutzt - auch zum Pizza-Picknick im Freien. Nun haben einige Städte reagiert.

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Mehr Müll seit Corona: Städte kämpfen gegen Pizzakarton-Chaos

Bayerische Städte leiden unter einer Flut von Verpackungsmüll. Parks und Grünanlagen werden seit den coronabedingten Beschränkungen für die Gastronomie intensiv genutzt - auch zum Pizza-Picknick im Freien. Nun haben einige Städte reagiert.

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To-Go-Kaffeebecher, To-Go-Nudelbecher, Wein-, Bier- und Schnapsflaschen und vor allem die großen, sperrigen Pizzakartons: Öffentliche Mülleimer in bayerischen Städten quellen seit Monaten über. Nun schlägt Nürnberg Alarm. Eigentlich sind die Verantwortlichen der fränkischen Großstadt davon ausgegangen, dass der Müll durch den Corona-Lockdown weniger wird. Aber weit gefehlt.

In den Grünanlagen habe der Verpackungsmüll seitdem schnell zugenommen, teilt Nürnbergs Stadtsprecherin Ulrike Goeken-Haidl mit. Die Pizzakartons werden nur in Ausnahmefällen gefaltet, wenn sie nach dem Essen weggeschmissen werden. Die Folge: Schnell sind die Papierkörbe verstopft, der restliche Müll landet daneben. "Pizzakartons sind zu einem Symbol für den Anstieg beim Müllaufkommen in der Corona-Zeit geworden", so das Fazit von Nürnbergs Stadtsprecherin.

Ein Corona-Phänomen: Mehr Pizzaessen draußen

Auch andere Städte im Freistaat wie Augsburg, Deggendorf und Regensburg haben ein großes Pizzakarton-Problem. Das Aufkommen von Verpackungsabfall sei deutlich höher als in den vergangenen Jahren, teilt die Stadt Augsburg mit. "Da viele nicht in den Urlaub gefahren sind, bestand angesichts begrenzter Kapazitäten in der Außengastronomie an warmen Sommerabenden der letzten Monate ein großer Bedarf an dem Verzehr von Essen im Freien", erklärt Christopher Schuhknecht vom Umwelt-Referat der Stadt Augsburg das deutlich erhöhte Abfallaufkommen. Genaue Zahlen dazu gibt es nicht.

Spezielle Pizzakarton-Müllbehälter in Regensburg und Deggendorf

In Deggendorf ist vor allem der Donaupark voll von leeren Pizzaschachteln. Um diesem Müllproblem zu begegnen, hat die Stadt dort zwei Behälter aufgestellt, in denen Pizzaschachteln gestapelt werden können. Der städtische Bauhof hat die Metallbehälter gefertigt. Aufgestellt sind diese an stark frequentierten Stellen im Donaupark und direkt neben Müllbehältern, um auch Flaschen und anderen Abfall mit entsorgen zu können. Ein Sammelbehälter ist 1,50 Meter hoch und bietet Platz für etwa 20 große Pizzakartons. Zunächst sind die Behälter nur probeweise aufgestellt. Bis zum Frühjahr kommenden Jahres will die Stadt Deggendorf beobachten, wie gut das Entsorgungsangebot für die Pizzaschachteln genutzt wird. Auch die Stadt Regensburg hat gehandelt und diese speziellen Pizzakarton-Abfallbehälter aufstellen lassen.

München: nicht mehr Pizzakarton-Müll als sonst

Der Verpackungsabfall in München hat in der Corona-Zeit nicht zugenommen. "Es ist wie immer. Wenn es schön ist, sind viele Menschen draußen und dann gibt es auch viel Müll", sagte eine Sprecherin der Stadtreinigung.

Stadt Nürnberg fordert bundesweite Pfandpflicht für Pizzakartons

Nürnberg dagegen fordert eine bundesweite Regelung. Mit einer Pfandpflicht für Pizzakartons hofft die Stadt, Herr zu werden über den Verpackungsmüll. "Hier sollte es eine einheitliche Regelung für alle Städte und Kommunen geben", so der dritte Bürgermeister Christian Vogel. Aber ob das wirklich hilft? Alternativen zum klassischen Pizza-Pappkarton sind in Arbeit. So hat ein Startup aus Nordrhein-Westfalen einen Mehrweg-Karton aus Plastik entwickelt. Ein Unternehmen aus Neuenhagen bei Berlin bietet einen Bio Pizzakarton aus nachwachsenden Rohstoffen an.

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