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Antibiotika verstärken das Methan-Problem | BR24

© dpa-Bildfunk

Kühe und ein Kuhfladen auf einer Weide bei Gmund am Tegernsee.

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    Antibiotika verstärken das Methan-Problem

    Kühe rülpsen und pupsen - und scheiden dabei große Mengen an Methan aus. Eine neue Studie deutet jetzt darauf hin, dass Rinder durch die Antibiotika, mit denen sie behandelt werden, noch weitaus mehr Methan erzeugen.

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    Methan ist ein echter Klimakiller: Seine Wirkung als Treibhausgas übersteigt Kohlendioxid ums 25-fache. Es entsteht bei der Zersetzung von organischem Material unter Sauerstoffmangel: Im Pansen einer Kuh wird das Futter unter fleißiger Mitwirkung von Mikroben verdaut und Methan freigesetzt - meist als Rülpser. Doch auch im Kuhdung findet sich noch Methan, weil die Mikroben auch im Fladen noch Pflanzenmaterial zersetzen. Etwa ein Fünftel der gesamten Methanmenge entsteht erst im Kot. Erst wenn Mistkäfer sich durch den Kuhfladen wühlen und Sauerstoff hineinbringen, endet die Methanentstehung allmählich.

    Doppelt soviel Methan bei Antibiotika-Behandlung

    US-Forscher haben jetzt einen ersten Hinweis darauf gefunden, dass die in der Landwirtschaft üblichen Breitband-Antibiotika die Methan-Erzeugung in der Rinder-Verdauung womöglich ankurbeln: Bei einer Testreihe von zehn Kühen fanden die Forscher im Kuhdung der mit Antibiotika behandelten Tiere die doppelte Menge an Methan.

    Wettbewerbsvorteil für Methanbildner

    Antibiotika töten Bakterien ab. Dass sie damit die gesamte Darmflora nachhaltig beeinflussen, ist keine Neuigkeit. Offenbar schaden Antibiotika aber den Mikroben, die die Gräser im Kuhpansen verdauen und dabei das Methan entstehen lassen, weniger als den anderen im Verdauungstrakt befindlichen Bakterien. So entsteht ein Konkurrenzvorteil für die Methanbildner - und mehr Methan. Ob auch die ausgerülpste Methanmenge durch Antibiotika erhöht wird, wurde in dieser Studie noch nicht untersucht.