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Mehr Kritik als Feierlaune: 100 Jahre Achtstundentag | BR24

© picture-alliance/dpa

Ein Siemens-Arbeiter mit einer Gasturbine

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    Mehr Kritik als Feierlaune: 100 Jahre Achtstundentag

    Am 15. November vor genau 100 Jahren wurde in Deutschland der Achtstundentag eingeführt. Für viele Arbeitnehmer ist das aber kein Grund zum Feiern. Denn Überstunden gehören bis heute zum Arbeitsalltag.

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    Keine 14, zwölf oder zehn, nein, acht Stunden am Tag arbeiten – diese jahrzehntelang von der Arbeiterbewegung geforderte Regelung wurde ab 15. November 1918 gesetzlich festgelegt. Allerdings sind auch 100 Jahre später Überstunden für viele Arbeitnehmer keine Seltenheit.

    Überstunden, Wochenende, Feiertage

    2017 arbeiteten in Deutschland 1,6 Millionen Beschäftigte 49 Stunden und mehr pro Woche. Das ergab eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke im Bundestag, die dem BR-Studio Franken vorliegt. Dazu kommt, dass jeder vierte Beschäftigte auch am Wochenende arbeitet, jeder zehnte an Sonn- und Feiertagen.

    "Wochenende heißt für viele schon lange nicht mehr Freizeit und Familie." Susanne Ferschl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende Die Linke im Bundestag

    Aus der Antwort auf die Anfrage geht auch hervor, dass allein in Bayern 209.000 Beschäftigte im vergangenen Jahr angegeben haben, die Arbeitszeit reduzieren zu wollen. Deutschlandweit waren es rund 1,4 Millionen.

    Mehr körperliche und psychische Beschwerden

    Besonders häufig leisten Beschäftigte Überstunden in den Bereichen Verkehr und Lagerei, Land- und Forstwirtschaft sowie bei freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen. Diejenigen, die Überstunden arbeiten, berichten durchgängig häufiger von körperlichen und psychischen Beschwerden, warnt Ferschl.

    Ein Vergleich der geleisteten Überstunden und Wochenendarbeit mit den vergangenen Jahren ist nicht möglich, da die Form der Erhebung mit dem Mikrozensus 2017 umgestellt wurde.