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Mehr Exoten in Wäldern der Oberpfalz | BR24

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Ein Mink hat einen Angler in der Oberpfalz überrascht. Das Tier stammt eigentlich aus Nordamerika, ist aber eingeschleppt worden. Exotische Tiere stören aber das natürliche Gleichgewicht hierzulande.

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Mehr Exoten in Wäldern der Oberpfalz

Immer mehr exotische Tiere werden in der Oberpfalz heimisch. Dazu gehört auch der Mink - ein kleines pelziges Mardertierchen. Kürzlich hat ein Exemplar einen Angler überrascht.

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Angler Dieter Bauer war überrascht, als er vor ein paar Tagen exotischen Besuch bekommen hat. Während der Rodinger angelte, kletterte plötzlich ein gut 40 Zentimeter langes Mardertierchen mit braunem Fell aus dem Wasser: Ein Mink, normalerweise in Nordamerika zu Hause.

"Jetzt angle ich schon über 40 Jahre, aber so ein Tier habe ich zum ersten Mal gesehen!" Dieter Bauer, Angler
© BR/Rudolf Heinz

Angler Dieter Bauer ist beim Angeln von einem Mink besucht worden.

Vogelschützer: Fremde Tiere Problem für heimisches Ökosystem

Das Tierchen ist aber nicht der einzige Einwanderer, der sich in unsere Natur eingenistet hat, weiß Markus Schmidberger vom Landesbund für Vogelschutz. Doch gerade eingeschleppte Tiere können unser natürliches Gleichgewicht mächtig durcheinanderbringen. Ein Beispiel dafür ist der asiatische Laubholzbockkäfer: Der kleine, schwarz-weiße Baumschädling befällt gesunde Laubbäume und bringt sie zum Absterben. 2016 ist er beispielsweise im Kelheimer Hafen entdeckt worden. Mehr als 250 Bäume mussten gefällt werden - ein immenser Schaden entstand.

Aber langfristig bleiben viele der Exoten. Das wissen auch Experten. "Es ist ein Unding zu glauben, dass wir diese Arten nur im Ansatz wieder zurückdrängen könnten", sagte Schmidberger. Man könne nur versuchen, die Schäden zu minimieren. Diese Tiere seien jetzt Teil unserer europäischen Fauna.

"Ein Ausrottungsfeldzug ist sinnlos und bringt nichts" Markus Schmidberger

Wie kommt der Mink in die Oberpfalz?

Im Fall des Mink lässt sich die Einwanderung erklären: In den 1980er und 1990er Jahren sind die Tiere in Nerzfarmen gezüchtet worden. So auch im Landkreis Schwandorf. Tierschützer haben vor Jahrzehnten dann etliche Tiere illegal aus den Farmen freigelassen. Der anpassungsfähige Mink hat sich dann in den Oberpfälzer Wäldern vermehrt - und ist mittlerweile in Ostbayern zu Hause, so wie viele exotische Tiere.

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